Review

kurz angerissen*

23 Jump Street... 24 Jump Street... 2121 Jump Street… als Phil Lord und Chris Miller in den End Credits unzählige potenzielle Fortsetzungen der Zukunft durchkonjugieren und mit geschultem Auge typische Sequel-Muster persiflieren, geben sie damit das Statement ab, dass sie sich durchaus über eine Sache im Klaren sind: “22 Jump Street” ist im Grunde eine kackendreiste Kopie des überraschend erfolgreichen Vorgängers. Was mühen sich Comedyautoren sonst ab, dem Publikum im zweiten Teil was Neues zu bieten. Was hat alleine „Kill The Boss 2“ für einen Aufwand betrieben, um nicht „Kill The Boss“ in grün zu sein! Und dann kommen Lord und Miller daher und lassen Tatum und Hill in einer 1:1-Nachstellung schon wieder eine Schule infiltrieren - geschenkt, dass es sich diesmal ums College handelt und nicht mehr um die High School.

Dass sich die beiden Hauptdarsteller ihrer bekloppten Lage durchaus bewusst sind, liest man allerdings an ihren verschmitzten Gesichtern ab. Wenn dieser Film eine Stärke hat, dann ist es sein vollkommenes Selbstgewahrsein. „Na klar ist das bescheuert“, sagen sie mit ihren Augen. Und stürzen sich schulterzuckend in die nächste Peinlichkeit.

Die Schichtung von überdrehten Gags mit Over-The-Top-Action, wie man sie auch schon in Teil 1 bewundern durfte, ist dabei typisch für das Regieduo, das seinen Trieb ja im Bauklotzfilm „The Lego Movie“ in Vollendung ausleben durfte. Doch selbst wenn man die Einstellung zum eigenen Schaffen bewundern muss, mögen muss man den Humor deswegen noch nicht: Das Skript ist schon arg ausgestopft mit Brachialcomedy aus einer der unteren Schubladen und wirklich eher peinlich als witzig. Insbesondere der „Bro“-Habitus wird bis zum Erbrechen ausgereizt, so wie überhaupt das gesamte College Life im Eilverfahren zur Farce zurechtgestutzt wird. Doch was in artverwandten Produktionen ein echtes Ärgernis wäre, wird hier immerhin dadurch abgemildert, dass die Charaktere eben auch über sich selbst lachen können und nicht nur über andere. Durchschnitt, mindestens; wenn man den gebotenen Humor mag, geht sogar noch mehr.

*weitere Informationen: siehe Profil

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