Der Franzose David Belle machte die Fortbewegungsmöglichkeit des Parkour populär und spätestens seit Ende der Neunziger finden sich regelmäßig sportliche Einlagen in Werbespots, Musikvideos, vereinzelt auch in Spielfilmen wie "Brick Mansions", in dem Belle selbst aktiv mitwirkte. Natürlich ist das beeindruckend, wenn junge Menschen mit Weitsprüngen Hauslücken überwinden, über Mauern fegen oder über Autors fetzen, - zumindest spannender als die Mischung aus Krimi und Romanze, die uns Regisseur Daniel Benmajor auftischt.
Cam (Taylor Lautner) ist Fahrradkurier in New York und hat Schulden bei der chinesischen Mafia. Als er eines Tage mit der geheimnisvollen Parkourdame Nikki (Marie Avgeropoulos) zusammenprallt, ist er nicht nur von ihren artistischen Moves begeistert. Cam schließt sich daraufhin einer Gruppe Tracers an, welche regelmäßig Raubüberfälle unter der Leitung von Miller (Adam Ryner) verübt, worin Cam eine Möglichkeit sieht, rasch seine Schulden zu begleichen. Doch ein Coup gerät völlig aus dem Ruder...
Lautner ist nach wie vor kein sonderlich überzeugend auftretender Mime, doch sportlich hat er einiges auf dem Kasten, da er kleinere Stunts selbst ausführte und sich auch nicht zu schade ist, einige Blessuren infolge harten Aufpralls in Kauf zu nehmen. Überhaupt ist die körperliche Präsenz der meisten Akteure bemerkenswert, was jedoch nur in Ansätzen über die oberflächlich gestrickte Geschichte hinwegtäuscht, - trotz der fünf (!) Autoren.
Die Story leidet unter den flachen Charakteren, den größtenteils vorhersehbaren Entwicklungen und der Tatsache, dass der Stoff offenbar auf ein junges Publikum zugeschnitten ist, was einige naive und arg konstruiert wirkende Momente mit sich bringt. Die anberaumte Romanze erscheint trotz dunkler Schatten im Hintergrund reichlich weichgespült, die kriminellen Machenschaften werden erst gar nicht näher durchleuchtet und obgleich es im letzten Drittel zu einigen Twists kommt, resultieren spannende Momente ausschließlich aus der flüssig gefilmten Action, obgleich die Kamera zuweilen ein wenig zu hektisch arbeitet.
Diverse Schauplätze in New York sorgen immerhin für Abwechslung und da die Erzählung zu keiner Zeit in die Tiefe geht und emotionale Verschnaufpausen außen vor lässt, ist über weite Teile für anspruchslose Unterhaltung gesorgt, zumal der Score latent nach vorne prescht.
In Sachen Action größtenteils überzeugend, handwerklich ohne eklatante Makel, bietet "Tracers" überaus leichte, phasenweise seichte Kost, welche in massiver Popcornstimmung noch locker zu verdauen ist.
5,5 von 10