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Gut 20 Jahre bevor die Familiensaga-Serie “Dallas” Millionen vor die Fernsehschirme zog, erschuf George Stevens mit “Giganten” einen Film, den man in dieser Art schon fast als Pilotfilm zu „Dallas“ hätte ansehen können. Doch 1956 verschwendete keiner auch nur einen einzigen Gedanken an Jr. Ewing & Co. Gott sei Dank…

Mit Rock Hudson, Elizabeth Taylor und James Dean gelang es Regisseur George Stevens, die Schauspiel-Elite der damaligen Zeit für sein Familienepos zu gewinnen und genau diese prägen als das Ehepaar Jordan (Rock Hudson) und Leslie Benedict (Elizabeth Taylor) sowie deren Gegenspieler Jett Rink (James Dean) den Film auf ihre ganz eigene unvergessliche Art und Weise.

Das jung vermählte Paar Jordan und Leslie Benedict setzt nach dem Tod von Jordans Schwester Luz deren letzten Willen durch und vermacht dem jungen Arbeiter Jett Rink einen Teil der Reata-Farm. Der unangepasste, rebellische Rink hat unverhofftes Glück, denn auf genau dem Grundstück, das er von nun an sein eigen nennt, befindet sich eine Ölquelle. Mit Hilfe des schwarzen Goldes baut er sich schon schnell ein Imperium auf, das ihn noch mächtiger als seinen ehemaligen Boss Jordan Benedict macht.

George Stevens brachte hier die „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Geschichte in einer weiteren Variation auf die Leinwand, die sich in ihrer schon fast monumentalen Reichweite deutlich vom 08/15-„American Dream“-Film der 50er Jahre abhebt. So ist der Aufstieg Jett Rinks, der ohnehin erst zu Beginn der zweiten Hälfte des Films beginnt, zunächst nur eine Nebenhandlung, da das Hauptaugenmerk auf die familiären Entwicklungen des Benedict-Clans gelegt wird. Dadurch entsteht eine gelungene Ausleuchtung der Familiengeschichte der Benedicts, die mit dem Kennenlernen und der Hochzeit von Jordan und Leslie beginnt und schließlich ihr Finale darin findet, dass die beiden als Großeltern ihren „Ruhestand“ auf ihrer Farm genießen. Parallel zu dieser Familiensaga entwickelt sich Jett Rink zum Ölmagnaten, der schließlich zwar an seinem Geld Freude hat, jedoch an seiner Einsamkeit nach und nach zerbricht.

James Dean brilliert erneut in seiner Paraderolle als junger Rebell und auch mit zunehmender Entwicklung des Filmes und gleichzeitigem Altern seines Alter Egos Jett Rink kann er diese Rolle nie so richtig ablegen. So schimmert trotz der ergrauten Schläfen Rinks immer wieder der jugendliche Dean hervor… Rock Hudson, Schönling des 50er-Jahre-Hollywoodfilms, glänzt an der Seite seiner ebenso hübschen wie charismatischen Filmfrau Liz Taylor, und ganz nebenbei überzeugen auch sämtliche Nebenrollen durch ihr natürliches Auftreten.

Sicherlich schreckt „Giganten“ den einen oder anderen Zuschauer durch seine gut 180 Minuten ab. Wer jedoch den Charme, den solche 50er-Jahre-Perlen wie „Giganten“ versprühen, mag, sollte sich nicht vor diesem Film verschließen. Denn er ist gemessen an so einigem anderem filmischem Auswurf dieser Epoche ein wahres Meisterwerk und auch in heutigen Zeiten noch wunderbar anzusehen. 8 von 10 Punkten…

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