Obwohl sie keine Lust hat, geht Gloria (Lola Dueñas) auf ein Date, welches ihre Freundin ihr über das Internet vermittelt hat. Michel (Laurent Lucas) entpuppt sich als eloquenter Charmeur, dem Lola rasch verfällt. Auch erfährt sie bald, dass Michel eigentlich ein Heiratsschwindler ist, der die ahnungslosen Damen ehelicht und dann um ihr Geld bringt. Dieses Modell stört Lola eigentlich weniger, in ihrem Liebeswahn akzeptiert sie dies, doch ihre ungebremste Eifersucht erschwert es Michel, seine Pläne unzusetzen. Bei Solange und ihrer Tochter eskaliert die Situation...
Fabrice du Welz's Film basiert lose auf den gefürchteten Lonely Hearts Killers (dazu auch der großartige Film Honeymoon Killers von 1969) namens Martha Beck und Ray Fernandes. Sie brachten ungefähr 20 Frauen zwischen 1947 und 1949 um, aus reiner Habgier.
Du Welz nahm diese bittere Geschichte zum Anlass für seinen Film. Er betonte weniger die kriminalistischen Elemente der Story als vielmehr die obsessive Natur der Beziehung von Gloria und Michel. Die Geschichte spielt nun in Belgien und zeigt die Verführungskünste von Michel, aber eben auch Glorias alles verzehrende Eifersucht. Sie gibt sich stets als seine Schwester aus, aber ihr Verlangen nach Michel überkommt sie immer wieder. Und Michel, der Charmeur, ist ihr auch verfallen und zu schwach, sich ihren Emotionen entgegenzustellen. Immer wieder zerstört Gloria seine Pläne und doch kann er sich ihr nicht entziehen. Diesen Sog gelingt es du Welz in verstörenden, hypnotischen Bildern darzustellen. Beide leben im wahrsten Sinn eine Amour fou aus, die in den Untergang führen muss... einem selbstzugefügten. Laurent Lucas und Lola Dueñas sind sehr gut als mörderisches Pärchen, welches an ihrer eigenen Wollust scheitert. Ein wahrhaft verstörendes Pärchen! Kein klassischer Horrorfilm, vielmehr ein Drama, das immer wahnsinniger wird... daher nur eingeschränkt weiterzuempfehlen. Wer sich drauf einlässt, wird mit einer mörderischen, freizügigen Charakterstudie belohnt, die mich noch Tage beschäftigt hat. 8/10.