Ein überschätzter Film, wenn ihr mich fragt.
Eine Auftragskillerin (Wu chien lien) ohne Namen steht im Mittelpunkt dieses von Patrick Leung inszenierten Werkes. Sie tötet für Geld und muss dafür ihre Identität aufgeben, was sie eines Tages nicht mehr erträgt. Sie will geliebt werden und einen Mann haben. Als sie bei einem ihrer Aufträge gesichtet wird, ergeben sich Schwierigkeiten, sie wird verfolgt.
Die Story ist zwar nicht innovativ, aber ganz angenehm dargestellt. Meist mit frischen, eisigen Bildern, die dem Filmtitel „Beyond hypothermia“ gerecht werden sollen. Der Filmname entspringt wohl der Tatsache, dass die Körpertemperatur der Hauptdarstellerin von Geburt an sehr gering war und laut Ärzten das Überleben gar nicht möglich machen sollte. Doch sie hat überlebt und betreibt mit ihrer Tante das Killergeschäft, das durcheinander gerät, als sie sich verliebt.
Der Film bedient sich einer gehörigen Portion kompromissloser Gewalt, die sich auch gerne mal gegen Kinder richtet, wenn es sein muss. Sie ist actionreich dargestellt und bedingt die ein oder andere Schießerei, in denen zahlreiche Einschüsse demonstriert werden.
Die Umsetzung des Films, betrachtet man die Bilder, ist hervorragend gelungen und überzeugt absolut. Lediglich der ein oder andere Schnittfehler hat mir wehgetan. Dazu kommt die miserable deutsche Synchro, für die der Film natürlich nichts kann.
Das Hauptproblem des Films ist die fehlende Spannung. Sicher, das Finale ist spannend und hübsch anzuschauen, aber die 70 Minuten davor sind in dieser Hinsicht enttäuschend. Es dauert ewig, bis Struktur hineinkommt und man überhaupt erkennt, was die Bedrohung ist. Warum genau dieser Kerl unbedingt die Auftragskillerin zur Strecke bringen will, ist mir immer noch nicht klar. Zwar hat er durch sie einen Job versaut, aber deswegen halb Hongkong umzulegen halte ich nicht für gerechtfertigt. Vor allem aber wird nicht überzeugend dargestellt, dass es gerechtfertigt ist. Auch nach seinem vermasselten Job wird er einigermaßen respektvoll behandelt und zur Rache scheint es wenig Grund zu geben. Durch diese Storylücke wirkt das Finale total erzwungen und vorher wie gesagt kommt wenig Spannung auf. Das Spannendste war eigentlich die Liebesgeschichte, nicht der Plot.
Die Schauspieler machen ihre Sache gut, können sich die typisch asiatische Spielweise allerdings nicht verkneifen, vor allem nicht der Nudellladenbesitzer. Aber dafür gibt es keine Abzüge, so sind sie halt, die Asiaten: Gerne mal übertrieben und mit ganz speziellem Humor.
Einen negativen Punkt möchte ich noch erwähnen. Die ein oder andere Szene war fehl am Platz oder einfach unlogisch. Da greift die Tante ihrer Nichte einfach mal an die Brust und niemand weiß, wozu. Da schießt die Killerin ihrem Geliebten einfach mal ins Bein (damit er nicht flieht, oder wie?), und dieser hat eine Sekunde später ein Auto zur Verfügung und kann das mit dem angeschossenen Bein auch noch problemlos fahren.
Übrigens fand ich die musikalische Untermalung sehr schwach und die meiste Zeit unpassend.
Fazit: Ein optisch stark dargestellter Actionstreifen, der trotz seiner geringen Laufzeit (80 Min) und einigem Blut die meiste Zeit langweilig wirkt, weil die Geschichte und ihre Bedrohung nicht deutlich genug dargestellt wird, wodurch sich der Zuschauer nicht in die Problematik hineinversetzen kann. Für mich nur Durchschnitt und daher 5 Punkte. Euer
Don