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Kein geringerer als Dan O´Bannon (Total Recall, Verdammt, die Zombies kommen) hatte die Idee zu "Das Fliegende Auge" und setzte sie zusammen mit Don Jakoby (Arachnophobia, Double Team) in die Tat um. Es folgte nicht nur die TV-Serie "Blue Thunder", bestehend aus elf Episoden, sondern auch "Airwolf" ließ sich hiervon deutlich inspirieren. Regisseur John Badham (Die Nacht hat viele Augen, Auf die harte Tour) läutete mit diesem Film seinen Höhenflug ein, der erst Mitte der 90er Jahre wieder endete.

Der Hubschrauberpilot Frank Murphy (Roy Scheider) bekommt mit Richard Lymangood (Daniel Stern) einen neuen Partner zugeteilt und nun sollen sie die neuste Errungenschaft im Kampf gegen das Verbrechen testen, den High-Tech Hubschrauber "Blue Thunder". Hier muss Murphy ausgerechnet mit Colonel Cochrane (Malcolm McDowell) zusammenarbeiten, mit dem er in Vietnam schon Probleme hatte. Doch gleich bei ihrem ersten alleinigen Flug, machen Frank und Richard eine schreckliche Entdeckung. Sie stoßen auf ein Komplott mit dem Namen "Thor", hierbei sollen Unruhen in Problemvierteln ausgelöst werden, um dann den "Blue Thunder" effektiv für die Beseitigung zu testen. Als Richard kurz darauf ermordet wird, will man Murphy den Mord unterschieben, gejagt von der Polizei erhebt er sich mit dem "Blue Thunder" in die Lüfte und muss dort auch gegen Erzfeind Cochrane antreten.

Erfreulicherweise ist "Das Fliegende Auge" viel mehr als nur eine Flugshow a la "Top Gun" oder "Airborne". Hier steckt eine Story dahinter, die mit dem Mord an Comissioner Diane McNeely (Robin Braxton) beginnt. Dies ist nur der Grundstein für eine Verschwörung, die in höchste Regierungskreise hinaufreicht. Im Mittelpunkt der "Blue Thunder" welcher erfolgreich gegen den Abschaum von Los Angeles eingesetzt werden soll. Dabei stehen die Fieslinge um Cochrane zwar ziemlich schnell fest, echte Überraschungen bleiben aus, aber die Sache hat Hand und Fuß. Mit der Hauptfigur Frank Murphy hat der Zuschauer schnell Freundschaft geschlossen, er kann seine Vergangenheit in Vietnam nicht richtig verdauen, besonders ein schreckliches Erlebnis, welches mit Cochrane zusammenhängt. Zudem ist er ein Querulant, der sich gerne mit seinem Vorgesetzten Braddock (Warren Oates) anlegt und schnell mit seinem neuen Partner Lymangood harmoniert. Badham drückt hier von Anfang an auf die Tube, so bekommen wir erstmal einen Einblick in die Arbeit von Murphy mit einem normalen Hubschrauber, hier gilt es die Polizei bei Festnahmen zu unterstützen und es ereignet sich auch der seltsame Mord an Diane McNeely, der Murphy zu Recht etwas verwirrt. Natürlich stellt der Eigenbrötler Nachforschungen an, nebenbei verpasst man ihm auch noch Frau und Sohn, jedoch schweift Badham nie vom eigentlichen Geschehen ab.

Es dauert nicht lange, bis der "Blue Thunder" zum Einsatz kommt, der heute schon etwas von seinem Prestige verloren hat. Zur Entstehungszeit von "Das Fliegende Auge" dürfte diese Technik für erstaunte Blicke gesorgt haben. Mit einer Wärmebildkamera kann man Menschen in Gebäuden ausmachen, mit dem neuartigen Mikro sogar Gespräche aus der Luft mithören, die dann auf ein Band aufgezeichnet werden. Und genau so reißen sich Frank und Richard ins Verderben, denn sie haben vernichtende Beweise gegen die Drahtzieher von "Thor". Hielt sich Badham mit Actionszenen bisher eher bedeckt, so geht es in der zweiten Halbzeit richtig rund. Murphy muss nicht nur gegen Polizeihubschrauber oder zwei Düsenjets antreten, sondern im Finale auch gegen Cochrane. Dabei wirken die Duelle in der Luft noch heute spektakulär, doch auch am Boden geht es heiß her, wenn Kate versucht das brisante Band zu einem fernsehsender zu bringen und sich dabei eine Verfolgungsjagd mit der Polizei liefert. Einen weiteren Trumpf hat Badham in Punkto Atmosphäre im Ärmel, denn die zahlreichen Nachtaufnahmen in Verbindung mit dem zurückhaltenden Score von Arthur Rubinstein geben dem Film einen schön düsteren Anstrich. Zudem liefert Roy Scheider (Der Weiße Hai, 52 Pick-Up) eine seiner besten Leistungen ab, der ebenfalls großartige Warren Oates (Grenzpatrouille, Der Fighter) verstarb leider kurz nach den Dreharbeiten. Daniel Stern (Kevin - Allein zu Haus, Leviathan) macht seine Sache ebenfalls gut, während Malcolm McDowell (Halloween, Dark Ocean) den fiesen Cochrane überzeugend verkörpert.

"Das Fliegende Auge" mag nicht vor Originalität strotzen, weiß aber durch eine solide Story zu überzeugen und versprüht noch diesen alten Charme. Für Nostalgiker ein wahres Fest, denn hier gab es noch kein CGI, die ganzen Luftkämpfe sind echt und wirken heute noch spektakulär. Die düstere Grundstimmung und die guten Darsteller sind weitere positive Elemente, die diesen Film empfehlenswert machen.

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