Review

Wenn man sich die Gage von Tommy Lee Jones oder Steven Seagal nicht leisten kann, greift man auf das beinahe ebenso markante Gesicht von Robert Davi zurück, was recht gut zur Einstellung von "The Asylum" passt. Ansonsten wird mal wieder auf die Schnelle die Welt gerettet, - hanebüchen wie eh und je und leider auffallend unspektakulär.

Evan absolviert soeben ein Praktikum (!) für die NSA und entdeckt zufällig, dass ein riesiger Asteroid auf die Erde zurast. Es bleibt nicht viel Zeit, die Erde vom Kollisionskurs abzubringen, weshalb ein U-Boot Atomsprengköpfe im Marianengraben platzieren soll.
Doch beim Tauchgang kommt es zu Komplikationen...

Augenscheinlich stand mal wieder verdammt wenig Budget zur Verfügung, weshalb auffällig oft auf Stock Footage zurückgegriffen wird, was an der jeweils schwankenden Bildqualität erkennbar ist. Die klischeebeladenen Militärstereotypen erlangen kaum Sympathien und selbst Ansätze werden mit patriotischem Gewäsch und halbherzigen Mutzusprechungen zunichte gemacht. Lediglich Tia Carrere als Geophysikerin und Gerald Webb als verantwortungsbewusster Soldat mit nachvollziehbaren Emotionen können sich aus der Masse positiv hervorheben.

In Sachen Action muss man derweil mit schlichten Effekten vorlieb nehmen. Brennende Gesteinsbrocken sehen okay aus, ein Vulkanausbruch auch, doch bereits bei Flutwellen und Lava sind deutliche Abstriche zu machen und auch diverse Erschütterungen des U-Bootes sehen oft nach Miniatur-Kopien aus. Obgleich bis zu vier parallel ablaufende Handlungsstränge geboten werden und im Grunde kaum Verschnaufpausen eingelegt werden, gerät das Treiben zu keiner Zeit spannend, zumal bereits die Grundtheorie von der raschen Verschiebung der Kontinentalplatten völliger Humbug ist und Hongkong durch einen Asteroidensplitter so unspektakulär und nebensächlich ausradiert wird, als würde eine unbedeutende Waldhütte lodern.

Zwar wird der Zeitdruck auf die Helden im letzten Drittel merklich erhöht, doch auch hier reihen sich zahlreiche Logiklöcher aneinander, denn außer Chuck Norris dürfte wohl kaum jemand mit vier schweren Atomsprengköpfen im Schlepptau durchs offene Meer schwimmen können, während Landminen nach so vielen Jahren bestimmt nicht mehr im Sand stecken würden, wenn sie einige Male am Tag von Wellen überrollt werden.
Pathos, Himmelfahrtskommando und persönliche Verluste dürfen am Ende noch addiert werden, doch leider nimmt sich das Treiben viel zu ernst, als dass die vagen Versuche harmlosen Humors auch nur ansatzweise erheitern und gleichermaßen unterhalten könnten.

So wird die Welt mal eben gerettet, ohne dass überhaupt der fühlbare Eindruck entsteht, dass diese unmittelbar in Gefahr sei. Die Effekte fallen mager aus, die Figurenzeichnungen ebenfalls und zudem fehlt den zahlreichen Aktionen im U-Boot der Drive, um den Hauptschauplatz unterhaltsam genug zu gestalten.
Für ein Konzept dieser Art bietet der Streifen von allem zu wenig, was selbst anspruchslosen Fans von Katastrophenfilmen nicht viel bringen dürfte.
3,5 von 10

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