Review

"Wer von euch möchte zur Blutabnahme?"

Bei einer Rettungsmission von Doctor Death (Wesley Snipes) treffen Barney Ross (Sylvester Stallone), Lee Christmas (Jason Statham), Gunnar Jensen (Dolph Lundgren), Hale Caesar (Terry Crews) und Toll Road (Randy Couture) auf den Expendable-Mitgründer Conrad Stonebanks (Mel Gibson), der nunmehr als Waffenlieferant auf der Gegenseite tätig ist. Stonebanks schießt Caesar an und kann entkommen. Während Caesar darufhin im Koma liegt, bekommt Ross vom CIA-Kontakt Max Drummer (Harrison Ford) neue Anweisungen: Er soll Stonebanks lebend gefangen nehmen. Da sich Stonebanks mit einer Privatarmee schützt möchte Ross dies nicht nicht mit seiner bisherigen Gruppe angehen, sondern neue, jüngere Leute rekrutieren.

"The Expendables"-Reihe stand bislang für Ensemble-Kino mit gealterten Actionfilmstars, markigen Sprüchen und heftiger Gewalt, die Bezug zu den 80er und 90er Jahren herstellte. Der dritte Teil wirft jedoch aus kommerziellen Gründen das Konzept über den Haufen und wirkt somit unehrlich.

So wie seine Vorgänger ist auch bei "The Expendables 3" keine plausible Handlung oder Charaktertiefe zu erwarten. Überaus konstruiert verläuft die Erzählweise und schickt die Figuren von Situation zu Situation. Wie ein Alibi wurde ein ganzer Handlungsstrang um Rekrutierungsmaßnahmen eingebaut, der den eigentlichen Angelpunkt der Reihe vergisst: Den Charme der gealterten Filmhelden. Diese dürfen nur zu Beginn und am Ende auf der Leinwand präsent sein.
Im gesamten Mittelteil streckt sich die Geschichte um die jungen Neulinge, die ganz dem modernen Kino lieber auf Strategie und technische Gimmicks setzt. Dies will man bei einer Filmreihe, die bislang für schnörkellose Action stand, genausowenig sehen, wie die unbekannten Gesichter.

Blutige Einschüsse, abgeschossene Arme und Beine, Kopfschüsse? Fehlanzeige! Selbst in der erweiterten Fassung hält "The Expendables 3" nicht, wofür er steht. Wirkt dagegen eher klinisch rein. Nur minimalst sind bei manchen Treffern blutspritzer zu sehen. Dies wirkt wenig authentisch, bei einem Film der durch übertriebene Action ohnehin nichts mit der Realität zu tun hat. Vor allem jedoch trübt es die teils angenehm brachialen Actionsequenzen enorm. Diese sind zwar nicht immer besonders einfallsreich, ihre Wucht ist aber gerade im überlangen Finale zu spüren.
Eine weitere Fehlentscheidungen sind die digitalen Effekte. Aufgrund des eher niedrigen Budgets sieht man ihnen ihre Herkunft an. Explosionen und so manches Vehikel wirken dadurch sehr anorganisch zu den Kulissen.

Bei einem Ensemble-Film will man natürlich auch seine favorisierten Schauspieler sehen. Mit Sylvester Stallone ("Rocky"-Reihe, "Rambo"-Reihe), Randy Couture ("The Scorpion King 2: Aufstieg eines Kriegers"), Terry Crews ("Street Kings"), Jason Statham ("Transporter"-Reihe, "Homefront"), Antonio Banderas ("Desperado", "Machete Kills"), Jet Li ("Lethal Weapon 4", "Hero"), Wesley Snipes ("Blade"-Reihe), Dolph Lundgren ("Universal Soldier"-Reihe), Mel Gibson ("Auftrag Rache", "Braveheart"), Harrison Ford ("Indiana Jones"-Reihe, "Star Wars"-Reihe), Arnold Schwarzenegger ("Terminator"-Reihe, "Sabotage") und Robert Davi ("Predator 2", "Die Goonies") ist der Cast an bekannten Namen und Gesichtern nochmals größer als zuvor. Dass diesen dann aber fast nur ähnlich viel Präsenz gegeben wird wie der neuen Zusammensetzung aus Kellan Lutz ("Twilight"-Reihe), Ronda Rousey ("Fast & Furious 7"), Glen Powell sowie Victor Ortiz, ist schon recht schamlos.

Weichgespülte Actionfilme gibt es mehr als genug. Gerade deshalb war die "The Expendables"-Reihe ein kleiner Lichtblick. Der dritte Teil ist aber eine ziemliche Enttäuschung. Zwar enthält der Actionfilm einige sehr wuchtige Actionszenen, in denen ordentlich was zu Bruch geht, jedoch sind diese durchgängig unblutig und rauben somit den Spaß an der erwarteten, brachialen Gewalt. Der Austausch der Darsteller durch jüngere, unbekannte Gesichter lässt den Respekt an dem eigentlich angedachten Ensemble missen. Es ist in Ordnung wenn ein Studio Geld verdienen muss. Aber auf Kosten einer etablierten Filmreihe ist das ein großes Wagnis. Sehr knappe ...

4 / 10

Details
Ähnliche Filme