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Jessica Chastain spielt Eleanor Rigby, die sich nach dem Tod des gemeinsamen Sohnes von ihrem Ehemann Conor, gespielt von James McAvoy, entfremdet hat. Sie verlässt ihn, um eine Zeit lang bei ihren Eltern unterzutauchen und wieder zu studieren. Conor, dessen Restaurant finanziell den Bach runtergeht, will die Trennung zunächst nicht wahrhaben und versucht, wieder Kontakt zu seiner Frau aufzunehmen.

„Das Verschwinden der Eleanor Rigby“ ist ein Drama über einen schmerzhaften Verlust, über zwei Menschen, die sich voneinander entfremdet haben und um eine junge Frau, die aus dieser Ehe ausbricht, um von vorn zu beginnen. Ned Benson hatte sich dieser Thematik in gleich zwei unterschiedlichen Filmen angenommen, er drehte einen über Eleanor Rigby, den anderen über ihren Ehemann. In dieser Version werden beide Geschichten parallel erzählt, sie laufen jedoch eher nebeneinander her, als dass sie ineinander greifen. Von daher wäre es vielleicht besser gewesen, bei zwei unterschiedlichen Filmen zu bleiben. So gibt es zwischen den wenigen aber durchaus emotionalem Aufeinandertreffen der beiden einige narrative Unwuchten, die den Film immer wieder ausbremsen.

Nichtsdestotrotz ist Benson auch in dieser Version ein durchaus sehenswertes Drama gelungen, das weitgehend unverstellt und natürlich wirkt. Die beiden Hauptfiguren, der emotionale Ballast, die Suche nach Halt werden aufgrund der eindringlichen Betrachtungsweise, der gelungenen Charakterkonstruktion spürbar und nachvollziehbar. Dafür braucht es bei diesem Film weder übertriebene Melancholie noch eine allzu pathetische Umsetzung, weil die Darsteller die Gefühle perfekt transportieren. James McAvoy macht seine Sache ebenso großartig wie Jessica Chastain, die ja ohnehin zu den Besten ihres Fachs gehört. Beide agieren geerdet und authentisch, was auch für die prominent besetzten Nebenrollen, für Viola Davis, Isabelle Huppert, William Hurt und Ciaran Hinds gilt.

Fazit:
Leider laufen die beiden Geschichten in „Das Verschwinden der Eleanor Rigby“ zu sehr nebeneinander her, was dem Umstand geschuldet sein mag, dass zwei Filme zu diesem zusammengeführt wurden. Dennoch ein weitgehend sehenswertes Drama mit tollen Darstellern.

62 %

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