Officer Lou Garou (Leo Fafard) ist die Bündelung aller Bad-Cop-Klischees: Er säuft wie ein Loch, ist ein notorischer Weiberheld und kümmert sich nicht um die Einhaltung von Gesetzen, sondern zwinkert Tätern wie Opfern maximal zu. Dieser verstunkene, chronisch verkaterte sowie inkompetente Polizist erwacht nach durchzechter Nacht mit okkulten Symbolen, die ihm in die Brust geschnitten wurden. Wenig Interesse an diesen Wunden verwandelt er sich die Nacht darauf in der Herrentoilette einer Kneipe in einen Werwolf. Mit neuem Aussehen und Fähigkeiten, rettet er prompt die Barfrau vor zwei finsteren Gestalten. Am nächsten Tag lässt er sich von seinem wirren Slacker-Freund (Jonathan Cherry) vorsorglich in eine Zelle sperren. Doch bald merken sie, dass er als behaartes Monster immer noch zurechnungsfähig genug ist und sein Gerechtigkeitssinn mit diesen Kräften - wohl erstmalig - erwacht ist. Von nun an geht der WolfCop mit seinem zuvor zurechtgeschweißten Wolfmobil auf Streife. Da trifft es sich nicht ganz ungelegen, dass die Stadt in den Händen eines Gangsters und seiner Schergen liegt, die es zu bekämpfen gilt.
WolfCop kann in die postmodern durchsetzte Renaissance des Grindhousekinos gereiht werden. Im Unterschied zu manch seiner Kollegen (Machete, Hobo with a Shotgun, Planet Terror, etc.) schafft es WolfCop neben den genreüblich ironischen Referenzen und zynischen Splatterschwachsinnigkeiten, tatsächlich witzig zu sein. Doch trotz seiner überschaubaren, kaum 80 minütigen Laufzeit, sackt der Film ab der zweiten Hälfte in sich zusammen. Ohne Vertrauen in die eigene Prämisse, spinnt man einen abstrusen Subplot um eine Handvoll konspirativer Formwandler, die das bis dahin recht spaßige Treiben regelrecht ausbremsen. Das Herzstück des Filmes, wie eines jeden Werwolfstreifens, ist die Verwandlung. Trotz Schlichtheit effektiv und gelungen. Alleine der budgetär notgedrungene Verzicht auf Computeranimationen lässt liebevoll bodenständig Monstereffekte zu, die die allzu glatten Transformationen aus dem Rechner weit hinter sich lassen.
WolfCop von Regisseur Lowell Dean ist eine nicht uncharmante Genreblödelei, der leider recht bald die Puste ausgeht. Pate standen hier zweifellos Troma-Produktionen, sowie die Neovertreter des Grindhousekinos. Wem das zu dümmlich und oder geschmacklos ist, dem sei der dezente, seriösere Late Phases von Adriàn Garcìa Bogliano (ebenfalls von 2014) ans Herz gelegt, der mit der vielleicht schönsten Transformationsszene der letzten Jahre aufwarten und begeistern kann.