Review

Einmal mehr werden Genrefans auf eine falsche Fährte gelockt, denn wer beim vorliegenden Werk Mystery, Geister und Dämonen erwartet, dürfte wahrscheinlich enttäuscht werden. Regisseur Derick Martini und Autor Bret Easton Ellis spielen recht geschickt mit der Erwartungshaltung des Publikums.

Seit einigen Jahren sterben Schüler in Downers Grove jeweils ein paar Tage kurz vor dem Abitur. Chrissie (Bella Heathcote), die sich in den Automechaniker Bobby (Lucas Till) verguckt hat, landet während einer Party in den aufdringlichen Fängen von Chuck (Kevin Zegers), dem sie aus Notwehr ein Auge ausdrückt. Fortan werden sie und ihre Freunde von Chuck und seiner Gang verfolgt...

Der Einstieg, teilweise in Schwarzweiß gehalten, etabliert die Gefilde eines Fluch-Streifens im Highschool Milieu, als ein Schüler auf einen Wasserturm klettert und herabstürzt. Rasch sind die wesentlichen Figuren eingeführt und die Guten erscheinen entsprechend sympathisch, während zwei, drei Gestalten bis zuletzt ein wenig undurchschaubar daherkommen.
Chrissie, die zwar ordentlich bechert und Jungs gegenüber aufgeschlossen ist, will grundlegend nicht mehr als Knutschen, weshalb sie bei der Attacke von Chuck auf harte Gegenwehr setzt. Von da an ist der vermeintliche Fluch beinahe vergessen und wird allenfalls durch optisch leicht verfremdete Inserts ab und an eingestreut.

Das Teenager-Drama spielt bei alledem eine nicht unerhebliche Rolle, obgleich das Beziehungsgedöns der Hauptfigur oftmals den Fluss unterbricht und der Fokus aus den Augen verloren wird. Einige Dialoge kommen zwar klug und durchaus glaubwürdig daher, der Aspekt des Stalkings hätte demgegenüber jedoch etwas mehr Terror einbinden können.
So mäandert die Erzählung phasenweise ein wenig vor sich hin und lässt kurze Leerläufe entstehen, bevor es gen Showdown deutlich rabiater wird.

Denn hier mehren sich diverse, teils explizite Gewalteinlagen, welche eine FSK16 deutlich infrage stellen, besonders im Kontext mit Beweggründen der Selbstjustiz. Nachvollziehbar handelt diesbezüglich zwar kaum jemand, doch die Kompromisslosigkeit, auch in Hinblick auf die Verrohung der Jugend in nahezu nichtig erscheinenden Vorstädten, erfährt im letzten Drittel eine entsprechende Stellungnahme.

Spannende Momente sind bei alledem durchaus vorzufinden, nur mysteriös geht es nur selten zu. Vielmehr erhält der Betrachter eine recht eigenwillige Mischung aus Teenager-Romanze und Highschool-Terror, - nicht uneffektiv, jedoch auch nicht gänzlich markerschütternd intensiv. Gut gespielt ist das Ganze allemal, handwerklich wurde nur wenig falsch gemacht und wer sich drauf einlässt erhält einen halbwegs kurzweiligen Streifen mit recht unterhaltsamen Parts.
Knapp
6 von 10

Details
Ähnliche Filme