Review

Okay, okay: die gute Nachricht zuerst: „Der Tollwütige“ beinhaltet nichts, was NICHT in einen Italo-Kriminalreißer gehört! Er hat keine interessante oder auch nur relevante Story, keinen nachvollziehbaren Spannungsbogen, keinen einzigen intelligenten Dialog, keine Schnitt- oder Kameraqualitäten, keine differenzierte Charakterentwicklung (oder gar psychologischen Tiefgang!), keine Schauspielerriege, die auch nur irgendwas bietet, keinerlei künstlerisches Niveau... so weit, so typisch, so hinnehmbar.


Leider, und das ist das Problem, hat dieser Film aber auch nichts zu bieten, WAS einen Italo-Krimireißer ausmacht! Er entfaltet keinerlei Atmosphäre, ist nur bedingt irgendwie stylish, kein Stück rasant oder fesselnd, die Figuren sind uninteressant und austauschbar und die paar Möchtegern-Exploitation-Gewalttaten locken natürlich auch niemanden hinterm Ofen hervor!
Das ist eigentlich das Hauptproblem von „Der Tollwütige“: Gewaltvoyeurismus und einen Hauch „Torture Porn“ musste man auch hier ja irgendwie erwarten, und wenn diese Sachen handwerklich gut gemacht sind, sind sie zwar immer noch ziemlich fragwürdig (siehe „Don’t torture a duckling“), aber irgendwie spannend und psychologisch sehr interessant. Diese Gewaltfeatures werden aber natürlich doppelt und dreifach unnötig, wenn sie so dilettantisch und uninspiriert inszeniert sind wie bei diesem Knaller hier! Als Zuschauer weiß man da gar nicht mehr, ob man aufgrund dieser ganzen Stümperei lachen oder weinen soll... „schockiert“ oder gar „verstört“ ist man höchstens darüber, dass ein offensichtlich nicht besonders heller Regisseur so ungeniert geil auf Gewalt sein kann, sicherlich aber nicht aufgrund der dargestellten Quälereien!

Also, ich rate dringend ab! Dieser Film ist ein lächerlicher und langweiliger Misthaufen, der ein paar Gnadenpünktchen erhält für seine Bahnhofskino-Tauglichkeit, den einäugigen König unter den Totalblinden (Helmut Berger) und die Tatsache, dass ich leider noch schlechtere Filme kenne! Ich entschuldige mich an dieser Stelle aufrichtig beim Kollegen yokai_schmokai, dem ich diesen Schrott aufnötigte und ihm somit hundert Minuten seines ohnehin zu kurzen Lebens stahl! Es tut mir leid! Und auch jede dieser geschriebenen Zeilen ist eigentlich eine zuviel!

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