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Jason Patric spielt einen Automechaniker, dessen Tochter in einer anderen Stadt studiert und plötzlich verschwindet. Er erfährt von der Mitbewohnerin, dass seine Tochter drogenabhängig ist und in kriminellen Kreisen verkehrt, woraufhin er sich kurzerhand mit dieser auf die Suche nach ihr macht. Der besorgte Vater, der früher ein gefürchteter Mafioso und Killer war, mischt daraufhin die Unterwelt gehörig auf und ruft dabei einen gefährlichen Gangsterboss, gespielt von Bruce Willis, auf den Plan, der noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen hat.

Dass der - ehemalige, muss man mittlerweile wohl hinzufügen - Hollywood-Star John Cusack sowie Jason Patrick mittlerweile nur noch B-Movies am Fließband produzieren, ist ein Umstand, an den man sich bisweilen gewöhnt hat. Dass hier mittlerweile auch die „Stirb langsam“-Ikone Bruce Willis mitmischt, ist dagegen eher neu und sehr bedauerlich. Die neueste Sprosse auf der Leiter nach unten ist für die Beteiligten „The Prince“, ein Actionfilm, der in Deutschland nicht einmal mehr in den Kinos zu sehen war, sondern lediglich auf DVD erschien. Und das durchaus zu Recht.

In erster Linie ist „The Prince“ nämlich ein inspirationsloser Abklatsch von „96 Hours“, der Versuch, an die Erfolge der populären Action-Reihe anzuknüpfen. So überrascht das Geschehen insbesondere in der zweiten Filmhälfte kaum noch, weil „The Prince“ immer gradliniger auf den absehbaren Showdown hinarbeitet ohne die stereotypen Handlungsbahnen des Genres zu verlassen. Lediglich in der ersten Filmhälfte, in der noch nicht ganz klar ist, um wen es sich bei dem besorgten Vater eigentlich handelt und was der von Bruce Willis verkörperte Gangsterboss mit ihm zu tun hat, gibt es noch die eine oder andere kleine Überraschung. Die Figuren (besorgter Vater, rachsüchtiger Fiesling und loyaler Kumpel aus alten Zeiten) sind allesamt vom Reißbrett und auch ansonsten gibt es in narrativer und inszenatorischer Hinsicht wenig zu vermelden. Man sieht dem Film also durchaus an, dass sein Regisseur Brian A Miller zweitklassig ist.

Eine Katastrohe ist „The Prince“ aber auch nicht. So sind die Auftritte von Bruce Willis und John Cusack in ihren Nebenrollen durchaus sehenswert, während Jason Patrick und Jessica Lowndes in den Hauptrollen souverän durch den Film tragen. Die Actionszenen, die durchaus etwas wohlwollender dosiert sein könnten, wissen ebenfalls zu überzeugen, wobei der Film besonders zum Ende hin ziemlich bleihaltig wird. So kann man „The Prince“, auch aufgrund der sehr überschaubaren Laufzeit, letztendlich zumindest soliden Kurzweil bescheinigen, was nichts daran ändert, dass er schnell in der Versenkung verschwinden wird.

Fazit:
„The Prince“ ist, trotz der namenhaften Besetzung, letztendlich ein mittelmäßiger „96 Hours“-Abklatsch, ein B-Movie, das nicht über das Kinojahr hinaus im Gedächtnis bleiben wird. Mit solider Action und einem zügigen Tempo wird bei geringer Lauflänge annehmbarer Kurzweil geboten, wenngleich das Geschehen vor allem zum Ende hin kaum stereotyper und kalkulierbarer sein könnte.

50 %

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