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Die im Sattel verrecken ist ein Gewaltwestern, wie er nur zu dieser Zeit entstehen konnte. Ob der Film von 1971 oder 1969 ist kann ich nicht sagen, da er bei verschiedenen Quellen anders verzeichnet ist , aber ich würde auf 1971 tippen. The Wild Bunch und Bonnie und Clyde zeigten auf hohem Niveau was an Blutrünstigkeiten machbar war und andere Regisseure machten es nach( z.B. Lawman und diverse Eastwoodfilme, ja sogar bei John Wayne gings blutiger zu). Die im Sattel verrecken ist so ein Beispiel aus dem Billigsektor. Im Vergleich mit italienischen Western ist kaum noch ein Unterschied zu erkennen, nur das Ken Osbornes Film teils viel blutiger ist und selbst Italoprodukte in Punkto Unmenschlichkeit und besonders bei Shootouts übertrumpft. Es gibt Blutschwalle und riesige Einschusslöcher in den Opfern. Der Nachteil von Die im Sattel verrecken ist, dass es einer der dämlichsten Filme ist die ich je gesehen habe. Eine Bande asozialer Psychopathen ermordet die Familie des Mannes der sie zu Kriegszeiten kommandierte, da er nicht mehr mitschänden und rauben will. Dieser startet nun mit einem alten Priester, der auch Kopfgeldjäger ist und seiner Beute nur die Köpfe abhackt und den Rest bestattet, da es so leichter zu transportieren ist, eine blutige Jagd.
Die Gejagten, alle marodierende Exsoldaten, töten sich fast gegenseitig, machen markige Sprüche und einer hat den ätzensten Mutterkomplex der Filmgeschichte und ist geistig so beschränkt, dass man sich fragt, wie er so lange überleben und morden konnte. Immer wenn besagter Mann Bastard genannt wird, flippt er aus, redet vom seiner Mutti und Daddy und will jemanden killen und das kommt öfter mal vor.
Da kann man nur lachen oder sich Augen und Ohren zuhalten. Der Priester/Kopfgeldjäger wird von John Carradine zum Besten gegeben und ist trotz der Kopfsammelei, der Lichtblick des Films, da er etwas Humor reinbringt und fehlende Oneliner zum Besten gibt.
Der Film ist brutal, aber zu oft furchtbar billig, blöd und unlogisch und das so, dass es fast nervig ist. Die Synchro ist gut und hier ragt wieder John Carradine heraus, der vortrefflich besetzt wurde. Alle anderen hat es auch gut erwischt, nur es gibt keine hineinsynchronisierten Sprüche, was bei dem Werk fast schade ist, da es bestimmt geholfen hätte, den Unterhaltungsfaktor zu erhöhen.
Unter dem Strich bleibt ein billiger, sehr brutaler und recht blutiger Western, der wohl mit harten Großproduktionen, wie Leise weht der Wind des Todes und Filmen wie Pat Garrett jagt Billy the Kid konkurieren oder ihren Blutgehalt kopieren sollte, aber meilenweit davon entfernt ist, in Sachen Qualität auch nur Italostandards zu erreichen.
Wer auf US - brutalo -Western steht kann mal reinschauen, aber nur wenn er auch einen Sinn für Trash an der Grenze des erträglichen hat, denn Humor gibts hier keinen bis auf ein paar skurrile Szenen mit John Carradine.
Ein düster, dummer Trashtip für ganz Harte.

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