Wenn dein Leben ein Witz ist…
„Man on the Moon“ ist ein „Biopic“ ganz im Sinne seines Subjektes (ähnlich wie letztens der Weird Al-Film bei Netflix) und zudem eine der stärksten Rollen in Jim Carreys Karriere. Und beides zusammen bedeutet für mich nicht weniger als ein tragisch-komisches Must-See… Erzählt wird in „Der Mondmann“ von dem sehr eigenwilligen bis subversivem Menschen, Mysterium und Komiker Andy Kaufman, der über mehrere Jahrzehnte das amerikanische Publikum von Clubs bis in die TVs mit seinem gewagten Programm verblüffte und vor Rätsel stellte…
Einer der Guten
„Der Mondmann“ würdigt Andy Kaufmann auf geniale Weise. Carrey darf sein komödiantisches und körperliches Genie zeigen, seinen Wandlungsreichtum, aber auch genug seelische Narben und Gebrochenheit. Es ist ziemlich genau die Mitte aus „Ace Ventura“ und „Die Truman Show“. Und das ist eine Errungenschaft in sich, tonal und balancetechnisch. Kaufmann bleibt enigmatisch, aber auch charismatisch und menschlich. Und als Meditation auf die Subjektivität von Humor, Vergänglichkeit allgemein, die vielen Facetten eines Menschen und den Sinn des großen Ganzen taugt's auch. Und tiefgründiger und beruhigender geht’s schließlich kaum. Selbst wenn man am Ende noch immer nicht genau weiß, wer dieser Andy Kaufman wirklich war und was er erreichen wollte mit dem „Quatsch“, seinen vielen verschiedenen Rollen und dem provozierenden Irrsinn - ein gutes Gefühl bleibt. Und vielleicht ist’s genau das…
Fazit: witzig, traurig, chaotisch. Antiwitz, Flachköpper und Comedy von Weltformat in einem… Selbst wenn man weder mit Carrey noch mit Kaufman oder Milos Forman (!) etwas anfangen kann - „Der Mondmann“ ist ein sehenswerter, cleverer Ritt! Mich hat’s berührt.