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An bestimmten Tagen ist Amerikas Jugend in Aufbruchstimmung und wenn nicht gerade pünktlich zu Halloween getötet wird, schlagen Killer auch gerne mal an Thanksgiving zu. Denn die Braven fahren zu Mama und Papa, während die Außenseiter auf dem Schulgelände bleiben und somit automatisch zur Zielscheibe mutieren, wie uns dieser kleine Campus-Invasion-Beitrag veranschaulicht.

Es ist Thanksgiving und bis auf den Wachmann und den Hausmeister sind alle außer Justine (Haley Bennett) ausgeflogen. An der nächstgelegenen Tankstelle zieht sie sich den Zorn von Violet (Ashley Greene) zu, welche kurz darauf mit Gefolge auf dem Campus auftaucht und die Jagd auf Justine eröffnet, denn der Netz-Gemeinde soll eine weitere Kristy (Christin) als Opfer vorgeführt werden...

Regisseur Oliver Blackburn setzt nicht zu sehr auf typische Genremuster bei der Einführung seiner Hauptfigur, was diese durchaus sympathisch erscheinen lässt. Auch wenn der Vorlauf ein wenig zu ausgiebig ausfällt, verdichtet sich die Atmosphäre spätestens in der Regennacht in der Tankstelle, da die Stimmung grundlegend bedrohlich wirkt und die Isolation Justines in nahezu jedem Moment greifbar ist.

Die Motivation der Killer bleibt zwar recht vage, doch minimale Hintergründe werden direkt zu Beginn ausposaunt, woraufhin die Relation zwischen Gut und Böse ein wenig beliebig ("Random", so der Originaltitel) erscheint. Während der Hatz wird das Interieur des Schulgeländes indes oft optimal genutzt und auch wenn einige Jump Scares leichte Abnutzungserscheinungen aufweisen, so ist das Versteckspiel im dunklen Hallenbad und das Huschen durch die Bibliothek durchaus spannend zu verfolgen.

Leider zeigen die Bösewichte nicht allzu viel Präsenz, wobei Ashley Greene als Drahtzieherin viel zu kurz kommt, obgleich sie das provokante Spiel durchaus versteht und die Alumasken der Handlanger ihren Zweck erfüllen. Zwar sind einige Sets etwas zu schwach ausgeleuchtet und nicht immer befindet sich die ansonsten gute Kamera auf Höhe des Geschehens, doch demgegenüber vermag der Score phasenweise zu punkten, besonders die Themen irgendwo zwischen "The Goblin" und "Tangerine Dream" bleiben im Gedächtnis.

Das dürfte dem Streifen als solchen nur bedingt gelingen, denn was innerhalb der nicht unspannenden Auseinandersetzungen hängen bleibt, ist die isolierte Atmosphäre auf dem Campus und die auffallende Blutleere trotz einiger Ableben. Immerhin erfüllt die Heldin nicht gleich sämtliche irrationale Klischee-Verhaltensweisen, auch wenn das Potential zur Gegenwehr erst ganz am Schluss vollends ausgeschöpft wird.
Dennoch gerät der Showdown deutlich zu kurz, wobei die kurze Einstellung nach den End-Credits nicht mehr allzu viel beiträgt.

Alles in allem liefert Regisseur Blackburn einen soliden Genre-Beitrag, der mit seinen knapp 78 Minuten Laufzeit ohne Abspann recht kurz und bündig ausfällt und mit soliden Performances als auch mit einer gelungenen Optik überzeugen kann. Diverse Klischees und Verlaufsmuster vermag auch er nicht auszuklammern und auch die allgegenwärtige Blutleere macht sich eher negativ bemerkbar. Aufgrund ausbleibender Ecken, Kanten und Überraschungen reicht es nicht zum großen Wurf, eine vorsichtige Empfehlung an Genre-Fans bleibt jedoch allemal.
6 von 10

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