In Anbetracht der vielen schwachen Zombiefilme aus Deutschland geht man erfahrungsgemäß mit eher geringen Erwartungen an einen Independentstreifen heran, zumal ein Regisseur wie Michael Effenberger bislang noch nicht komplett überzeugen konnte und auch sein Kollege Frank Raffel, der hier auch gleich die Hauptrolle übernimmt, noch nicht viel hervorgebracht hat. Überraschenderweise sieht das Werk rein gar nicht wie ein billiger Streifen aus, sondern es überzeugt auf nahezu allen Ebenen.
Susan, die Tochter eines reichen Geschäftsmannes wurde entführt. Ihr Vater engagiert den ehemaligen Navi-Soldaten Frank (Raffel), der sie aus den Klauen der Kriminellen befreien soll. Doch in Polen angekommen, wird Frank plötzlich von Zombies angegriffen, er kann sich jedoch bis zu den Entführern durchschlagen, mit welchen er gemeinsam ins Forschungslabor vordringt, in dem das Unheil seinen Lauf nahm...
Nach weniger als zehn Minuten geht es direkt zur ersten Actionsequenz über und man sieht der Inszenierung sogleich eine gewisse Professionalität an, welche fast den ganzen Streifen durchzieht. Kamera und Schnitt arbeiten zweckdienlich, der Score ist sauber ausgearbeitet und passend zugeschnitten, Maske und Make-up überzeugen durch die Bank und auch darstellerisch ist nicht viel anzukreiden, auch wenn Raffel augenscheinlich einen auf Jason Statham macht, was man ihm nie wirklich abnimmt.
Dennoch vermag die Choreo zu überzeugen, da es zwischenzeitlich zu einigen knackig in Szene gesetzten Fights kommt und trotz der nicht übermäßigen Akrobatik ordentlich Dampf dahinter ist. Indes kommt es regelmäßig zu Angriffen der Infizierten, welche hier recht flott unterwegs sind und auch ein wenig Kraft mitbringen. Daraus resultieren zahlreiche blutige Einschüsse, diverse Kehlenschnitte und andere blutige Hiebe, abgetrennte Köpfe und verschiedene Fressszenen. Fast alles ohne CGI und sorgfältig ausgearbeitet, selbst während der Temposzenen ist da kein Manko auszumachen.
Diese finden sich eher innerhalb der wenig überraschenden Story, die zuweilen etwas zu ausgeschmückt ist und einige redundante Szenen einbindet. Der Verlauf überrascht kaum, es kommen einige Klischees zuviel zusammen und auch wenn es gegen Ende zu kleinen Wendungen kommt, steckt in der Geschichte nicht allzu viel Raffinesse. Hinzu gesellen sich oberflächlich ausgearbeitete Figuren mit stereotypen Eigenschaften, wobei einige Nebendarsteller mit wenig Elan auftreten. Insgesamt hätte man von den rund 100 Minuten problemlos 15 Minuten kürzen können, - der Story hätte dies nicht geschadet.
Trotzdem bleibt der Gesamteindruck positiv, da es den beiden Regisseuren gelungen ist, mit wenigen Mitteln ein latent hohes Treiben mit ausgewogener Action, einigen Splattereinlagen in grundsolider Inszenierung zu kreieren. Im Gegensatz zu anderen deutschen Vertretern definitiv überdurchschnittlich und in einiger Hinsicht sogar professioneller als so manches billig abgedrehtes Werk aus den USA.
Ab und an von kleinen Hängern durchzogen, ansonsten recht temporeich, phasenweise spannend und erstaunlich kurzweilig.
6,5 von 10