Review

Gestern habe ich doch tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, mir das Remake von "Freitag der 13." reinzuziehen - und mich dann kurzfristig dazu entschieden, das Geld einem armen Schlucker auf der Straße zu spenden. Als Abendprogramm habe ich mir dann den Action-Trasher "Lady Avenger" gegeben. Fazit: Gutes Gewissen, aber nur mäßig unterhalten...

Denn "Lady Avenger" ist leider ein ziemlich banales Filmchen geworden. Gut, was will man auch von einem Regisseur wie David DeCoteau erwarten, zu dessen Highlights einpaar "Puppet Master"-Streifen, sowie Trash in Reinkultur vom Schlage "Nightmare Sisters" oder "Feuchte Zone L.A." gehören? Auch "Lady Avenger" reiht sich nahtlos in die Filmographie des Herren DeCoteau ein, der ein ähnlicher Massenfabrikat wie Fred Olen Ray oder Jim Wynorski ist.

Wer ne Story will, bitte schön: Reiche Tochter wird aus dem Knast entlassen, um den Mord an ihrer Schwester sowie deren Mannes aufzuklären. Natürlich steckt auch der böse Schwiegerpapi mit drin und bald muss sich das Mädel mit allerhand finsteren Typen rumschlagen, aber Flammenwerfer oder Revolver sind gute Hilfsmittel, um sich aufdringliche Gestalten vom Leib zu halten...

Im Prinzip ist "Lady Avenger" nichts anderes als eine Aneinanderreihung billiger Schießereien, Verfolgungsjagden und Sexszenen. Einige Morde sind recht blutige gemacht, dafür sind die Dialoge teilweise himmelschreiend doof. Auch die Charaktere sowie der ganze Plot sind eindimensional/durchsichtig bis zum Gehtnichtmehr. Trotzdem ist "Lady Avenger" nicht ganz ununterhaltsam - immer unter der Prämisse, dass man den Streifen als doofes Actionflickwerk nimmt bzw. seine Ansprüche auf ein Minimum reduziert. Das "Lady Avenger" ein Low-Budget-Filmchen wie im Buche ist, versteht sich da von selbst...

Ein herbe Enttäuschung ist allerdings die Besetzung der Hauptrolle mit dem Ex-Playmate Peggie Sanders, denn die Frau ist wohl die farbloseste, unerotischste Film-Amazone, die jemals auf dem Screen zu sehen war. Man(n) möchte dem Mädel fast schon wie einer alten Oma über die Straße helfen. Hält sie den schweren Revolver hat man Angst, sie könnte sich das Handgelenk brechen... Zum Glück sorgt die Silikon-gestärkte Scream-Queen Michelle Bauer dann doch noch für die entsprechenden optischen Reize. Die Bauer springt in jeder zweiten Szene aus der Wäsche, was zumindest keinen männlichen Zuschauer wirklich stören dürfte...

Fazit: Ziemlich hirnloses, arg billiges, wenngleich auch leidlich unterhaltsames Action-Filmchen. Schaut man es sich an, so wird man nie das Gefühl los, etwas besseres mit seiner Zeit anfangen zu können. Immerhin ist die 80er-Rockmucke einigermaßen cool. 5 von 10 Punkten.

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