Der ehemalige Olympiasieger Rick betreibt zusammen mit seiner Frau Lauren ein kleines Ski-Paradies in den Rocky Mountains. Aber Touristen bleiben aus. Um neue Gäste anzulocken, veranstalten Lauren und ein erfahrener Skiführer einen Snowboard-Contest. Die Rechnung geht auf und es kommen jede Menge junge Snowboard Freaks. Doch ein Rennen auf gesperrter Piste endet katastrophal: Eine aus Sicherheitsgründen losgesprengte Lawine wird zur tödlichen Falle. Rick und sein Kumpel Scott arbeiten fieberhaft an der Rettung der Verschütteten, doch die nächste Lawine steht schon bevor. Ein unfairer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Bis der Fernsehfilm White Inferno einigermaßen in Schwung kommt vergeht sehr viel Zeit für die Exposition. Das Skigebiet des Olympiasiegers (ein Plot Point der locker erahnen läßt worauf der Showdown hinausläuft) ist pleite, der Manager säuft wie hundert Matrosen und redet Rick ein mögliches Verhältnis mit seinem Sicherheits Ranger ein, die verbliebenen Kunden sind unzufrieden, kurz gesagt alles um die berufliche Existenz geht mit Anlauf bergab.
Mußte man sich zu Beginn noch mit der schönen Landschaft und zwei netten Footage Abfahrten begnügen, ist der dramatische Part recht gut geworden. Besonders die Passagen der im Schnee begrabenen Lauren sind gut geworden, da sie wirklich realistisch ausgefallen sind. Kirsten Robek gelingt es jedenfalls gut die Verzweiflung zu transportieren, wenn man vielleicht gerade mal 1 Meter unter der Schneeoberfläche sich die Hände blutig gräbt, aber doch keine Chance hat sich selber aus der Misere zu ziehen.
Das Ende ist dann zwar wieder konventionell ausgefallen, der Säufer gibt sein erwartetes Selbstopfer, die Eheleut sind wieder zusammen und die unvorsichtigen Kids werden zum Ötzi, aber bis dahin spielt sich White Inferno für einen Fernsehfilm erfreulich flott, ohne dabei zu sehr in die gefürchtete Gefühlsklischee-Kiste zu greifen und noch erfreulicherweise sind keine lästigen Kinderdarsteller mit an Bord.
Der Film jetzt zwar keine wilde Pistensau geworden, bietet aber einen gefälligen Downhill Schwung. Die Darsteller sind soweit ok und die Geschichte vermag zu unterhalten. Die überheblichen Kids bekommen ihre sehr harte Strafe, alles soweit vorhersehbar, aber gelungen umgesetzt. Im Bereich des TV-Films gibt es jedenfalls wesentlich schlechtere Beiträge.
6/10