Als das Revival der Mumie anno 1999 wieder in Gang gesetzt wurde, gab es mit Stephen Sommers als Regisseur und Brendan Frazer in der Hauptrolle zumindest etwas Action und eine grundsolide Ausstattung mit netten Effekten, - Filmemacher Patrick McManus setzte indes bereits sein Debüt in den Sand, denselben aus dem nun noch nicht einmal eine ernst zu nehmende Mumie entsteigt.
Irgendwo in Ägypten freut sich die junge Archäologin Maggie auf das Wiedersehen mit ihrem Vater, Prof. Tralane. Gemeinsam mit weiteren Kolleginnen will man ein Grabmal inspizieren, doch dann ist die Gruppe in der Höhle eingeschlossen...
Aufgrund des gut gestalteten Covers könnte man glauben, es handele sich um ein weiteres Sequel des Franchises, doch weit gefehlt. McManus bewies schon mit "Dracula Reborn", wie man keine Filme dreht, sein zweites Werk ist kaum besser geworden.
Die jungen Archäologinnen sehen aus wie zweitklassige Models und nachdem die Truppe in der Höhle eingeschlossen ist, latschen alle ziellos durch die Sets, während der dubiose Professor mit dem Aufsagen eindeutiger Beschwörungsformeln beschäftigt ist und gleich klar wird, dass er die Mädels nebst Tochter nur instrumentalisiert.
Derweil lässt die Mumie ewig auf sich warten und aufgrund nicht verwertbarer Figurenzeichnungen gerät das Treiben in den Gängen rasch langweilig. Mal wird eine Steinplatte weggehämmert, jemand landet unsanft in einer versteckten Grabkammer, während Professor unter Trance weiter seine Beschwörung herunterleiert. Spannung fühlt sich anders an.
Die wenigen Effekte in Form von Nebel, verfärbten Augen und entzogenem Odem per Blitzen gehen noch in Ordnung, doch die Gewalteinlagen beschränken sich auf einen Autoschlüssel im Handgelenk und ein angedeutetes Messer im Kopf, wodurch eine FSK16 fast schon zu hoch gegriffen scheint. Diesbezüglich schaut die Mumie während der zwei, drei Einsätze auch nicht sonderlich schauerlich aus, obgleich die Verpackung mit Mullbinden und grauer Knochenhand fast schon okay ausfällt.
Auch wenn der orchestral gehaltene Score zuweilen gut antreibt, fällt dies aufgrund der vorherrschenden Ereignislosigkeit kaum auf, was auch für die unterdurchschnittlich performenden Mimen gilt. Das einfältige Drehbuch weist unzählige Lücken und Kontinuitätsfehler auf, das Interesse des Betrachters weicht von Minute zu Minute, wodurch final die mittendrin abgebrochene Handlung ohne eigentliches Ende kaum mehr ins Gewicht fällt. Somit erleben Freunde von Mumienfilmen eine einzige und definitiv vermeidbare Enttäuschung.
2 von 10