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Es wird mal wieder fleißig aus der Bibel zitiert und folgerichtig darf bei einem Mystery-Thriller auch kein Exorzismus fehlen, während ansonsten merklich bei "Sieben" und Konsorten geklaut wird. Regisseur Scott Derrickson beweist bei alledem jedoch ein treffsicheres Händchen für glaubwürdige Mimen und atmosphärische Settings.

Der New Yorker Polizist Sarchie (Eric Bana) wird zu drei unterschiedlichen Einsätzen gerufen, bei denen einige Umstände auf etwas Übernatürliches zurückzuführen sein könnten. Mithilfe des jungen Geistlichen Mendoza (Édgar Ramírez) geht er dem Spuk nach und gerät bald selbst in große Gefahr...

Im Grunde wird das Böse zu keiner Zeit wirklich erklärt, da auch die Exposition irgendwo im Irak nur Andeutungen liefert, während man sich später mit Besessenheit und Dämonen begnügen muss, was insgesamt einige Klischees mit sich bringt.
Die Figuren erhalten indes zumindest einigermaßen Profil und auch wenn die familiären Probleme der Hauptfigur etwas zu breit getreten werden, so geht das spätere Gespann durchaus als glaubhaftes Heldenduo durch, zumal ein unorthodoxer Priester, der raucht, ab und an säuft und hübschen Kellnerinnen nachgafft ein wenig Coolness einfließen lässt.

Derweil punkten einige morbide wirkende Schauplätze, was primär im ersten Drittel zündet, als es zu einem Einsatz im nächtlichen Zoo kommt oder im Keller eines Hauses nach ungewöhnlichen Spuren gesucht wird. Die Sounduntermalung unterstützt die Stimmung recht gekonnt, nur finden sich im Verlauf einige Szenen mit Taschenlampenoptik zuviel.

Die düstere Grundstimmung, auch häufig von nächtlichem Regen unterstützt, vermag zwar zu überzeugen, doch die beigemengten Schockmomente ermüden auf Dauer ein wenig, da Rauschen mit Kinderlachen vermengt oder plötzlich auftauchende Gesichter etwas zu wenig sind, um Genrefans latent bei der Stange zu halten. Auch die Action wird etwas zu lapidar abgehandelt, da es lediglich zu kleinen Zweikämpfen kommt, während im Bereich der Gewaltmomente eher zurückhaltende Szenen geboten werden, womit eine FSK16 voll in Ordnung geht.

Positiv sind letztlich noch die treffend besetzten Darsteller um Bana und Ramírez hervorzuheben, welche dem Treiben trotz einiger unfreiwillig komischer Momente die notwendige Ernsthaftigkeit verleihen. Ferner überzeugt das Make-up mit einige gruseligen Entstellungen und auch der Score ist passabel. Nur die Geschichte an sich fällt auf Dauer etwas ab, da der Rest mit dem starken ersten Drittel nicht mehr mithalten kann und das Finale mit dem handelsüblichen Exorzismus leider komplett überraschungsfrei abläuft.
Dennoch ein angenehm unaufgeregt erzählter Thriller, dem zwar deutlich die Würze fehlt, im Endeffekt jedoch recht solide unterhält und in einigen Punkten an solide Genrebeiträge der Neunziger erinnert.
6,5 von 10

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