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Nob und Susan möchten ein paar ruhige Tage verbringen. So entschließen sie sich, zusammen einen Bootstrip zu zweit am Fluss zu übernehmen. Dort treffen sie auf Walter und Daniel, die sich ihrer Runde kurzerhand anschließen. Zusammen gehen sie zu einer Hütte, die einem Arbeitskollegen von Nob gehört, um dort zu bleiben. Kurz darauf kommen zwei weitere Menschen hinzu: Phil und Linda. Als daraufhin eine Leiche entdeckt wird, entsteht unter den Anwesenden eine unerträgliche Spannung - denn der Täter ist vielleicht unter ihnen...

Diese angesprochene Spannung bekommt der Zuschauer leider nicht mit. Wir bekommen den Täter bereits nach 15 Minuten, in den Vorstellungsszenen des Films, während seiner Tat gezeigt. Somit kommt wirkliche Spannung absolut gar nicht auf, man wartet schlussendlich nur darauf, bis die Mörder entlarvt werden. Darunter leidet die Qualität des Films beträchtlich - hätte man das Ganze ein wenig anders gedreht, hätte man noch einen sauberen Spannungsplot mit hineinsetzen können. So verbleibt aber leider nur ein nerviges Ratespiel.
Auch stört der Score ganz massiv. Unpassenste Musikstücke werden hier am laufenden Band abgespielt, die rein gar nicht zur jeweiligen Situation gehören wollen. Auch die Amateurfilmatmosphäre nervt gewaltig. Der Film ist mehr oder weniger in Camcorderoptik gedreht und bietet somit nicht umbedingt viele Schauwerte in der Hinsicht.
Auch mit den Dialogen wird man keinen Blumentopf gewinnen können. Die bewegen sich etwa im Qualitätsbereich von "Wenn wir schon zusammen rauchen, dann können wir uns auch duzen" bis etwa hin zu "Die Gesellschaft ist der Knast - Der Knast ist in DIR!". Auch die Sprecher sind nicht umbedingt das Gelbe vom Ei. Aber wenn man schonmal bei den Teilnehmenden ist - die gesprochenen Figuren agieren nicht nur extrem schlecht (das schauspielerische Talent bewegt sich hier sehr weit unten), sondern auch ziemlich unlogisch, stellenweise sogar unfreiwillig komisch. Man schüttelt als Zuschauer den Kopf, wenn die Runde nachts schläft und die Killer aufwachen, ihre Messer zücken und das Morden fortsetzen wollen, dann aber versehentlich Krach verursachen und die ganze Runde die beiden mit Messern in der Hand zu Gesicht bekommt - und die es tatsächlich noch schaffen, sich rauszureden. Ab dann wird es eigentlich nur noch doof.

Auch fragt man sich, was denn bitteschön ein Kampf mit zwei vielleicht 10cm langen Messerklingen für eine Wirkung erzielen soll. Noch ein paar schöne Kämpfe mit hineinbauen? Dann hätten doch gleich an der Hütte noch ein paar passende Samuraischwerter ausliegen können, wenn man schon dabei ist. Situationen wie eben dieser Messerkampf rufen dann doch eine gewisse Situationskomik hervor, der Film nimmt sich jedoch bis zum Ende hin total für voll und ernst.

Von den negativen Aspekten dafür mal zu den guten: es gibt im Film verstreut, für einen Slasher natürlich üblich, immer mal wieder ein paar Kills, die, wie man von den Ittenbach-Filmen gewohnt ist, absolut klasse inszeniert sind und gut herausstechen, unblutig sind die natürlich auch nicht. Auch gibt es im Film insgesamt ein paar wirklich gute Momente, wo man die ganzen Qualitätsmängel für einen Augenblick vergisst und sich wirklich vom Film fesseln lassen kann. Die sind jedoch so rar gestreut, dass man sie gar nicht weiter hervorheben kann. Insgesamt fällt jedoch eine gewisse Qualitätssteigerung im Film auf; Sieht man sich den Anfang, mit den unzähligen nervenden Dialogen, schauspielerischen Tiefstleistungen und im Gegensatz dazu der ansatzweise atmosphärischen zweiten Hälfte an, kann man doch sagen, dass es insgesamt ein wenig besser geht. Bis der Zuschauer dann irgendwann urplötzlich ins Finale geworfen wird, was jedoch an Stumpfsinnigkeit kaum noch zu überbieten ist. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, jedoch musste ich wirklich schmunzeln, als fast eine Minute mit einem Messer immer wieder in derselben Position eingestochen wurde und sich der Zustand der Person scheinbar gar nicht verschlechterte.

Fazit: Ein eher unterdurchschnittlicher Slasherstreifen mit ein paar guten Effekten und wenigen guten Momenten, dafür umso mehr negativen Aspekten und einer meiner Meinung nach doch sehr störenden Amateurfilmatmosphäre und -qualität.

3/10

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