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Nob und Susan machen einen Aktiv-Urlaub, sie fahren Kanu inmitten der ausufernden kanadischen Naturschutzgebiete. Auf ihrer Tour treffen sie auf Walter und Daniel und alle vier verstehen sich recht gut, so dass Nob sie einlädt, in seiner kleinen Hütte zu übernachten. Als sie den Abend unter freiem Himmel verbringen, kommt noch ein ein Pärchen dazu, nämlich Phil und Linda, die sich als nicht sehr gesellschaftsfähig herausstellen. Dann entdeckt Susan am Ufer eine Leiche und nach und nach stellt sich heraus, dass der oder die Mörder unter den sechs anwesenden Personen sein muss. Jeder beginnt den anderen zu verdächtigen und nach und nach eskaliert die Situation...
Riverplay bietet nach den bisherigen Filmen etwas neues aus dem Hause Ittenbach, nämlich eine durchgängig funktionierende und vor allem auch durchgezogene Geschichte. Diese ist zwar nicht gerade neu oder übermäßig originell, aber es ist eine. Riverplay ist auch alles andere als der typische Amateur Horror von der Stange, sondern geht eher ins Psychothriller Genre, es wird zwar auch ein wenig geschmoddert, aber längst nicht in Premutos Ausmaßen. Die Splattereffekte sind natürlich wieder von der gewohnten Qualität. Allerdings sind auch wieder die gewohnten Sachen zu bekritteln, die Darsteller wirken meist wenig überzeugend und auch die Dialoge sind an sich schon nicht wirklich aus dem Leben gegriffen und werden auch nicht allzu pointiert dargebracht, teilweise gröhlen die Darsteller diese regelrecht hysterisch hinaus ohne das es in der Situation auch nur irgendwie angemessen wäre, im Zusammenhang mit der Aggro Mimik nennt man sowas overacting glaube ich. Viel Geld hat das Projekt auch nicht gekostet, da beinahe die ganze Laufzeit in einer einzigen Location im Grünen stattfand, war das teuerste am Film wahrscheinlich die Miete für zwei Kanus und die Zutaten für drei Eimer Kunstblut. Ein wenig schade ist ebenfalls das die Identität der Bösfraktion bereits nach einer Viertelstunde aufgedeckt wird, als Zuschauer fällt die Spannung etwas weg und man kann sich mit dem Ratespielchen wer-ist-der-nächste beschäftigen, wär irgendwie eleganter gelöst gewesen, wenn man den Mord als Rückblende im Finale zeigen würde. Dafür bekommt man im Finale den irgendwie lustigen Contest "wie oft kann ich einen Menschen totstechen" zu sehen, hab leider vergessen die Zahl der Einstiche zu zählen.
Irgenwie liegt mir insgesamt Riverplay nicht so zu 100% obwohl er auch seine guten Momente hat, im Bereich Psychospielchen gibts besseres und im Bereich Blut und Horror auch, Ittenbach setzt sich zwischen alle Stühle, trotzdem für den deutschen Indie Bereich der ja jetzt auch nicht gerade vor Qualität überquillt, mal einen Blick wert
4,5/10  

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