Review
von Leimbacher-Mario
The Bear Witch Project
Eine extrem angespannte und nicht komplett unrealistische Mischung aus „Eden Lake“ und „Grizzly“ erwartet einen in diesem exzellenten Tierhorror, der eigentlich noch viel mehr ist als nur ein „Bär macht Jagd auf Menschen“-Vehikel. Ein Pärchen will abgeschieden im Wald Campen gehen und stößt dabei an etliche Grenzen - bis ein mächtiger, hungriger Braunbär das ohnehin schon aus dem Ufer gelaufene Unterfangen auf die lebensbedrohliche Spitze treibt...
Der imposante Meister Petz tritt erst nach satten zwei Dritteln der Laufzeit auf - was aber kaum etwas ausmacht, mir zumindest, da auch bis dahin alles derart hochwertig, spannend und elektrisierend aufgezogen wird, dass man sich wirklich wundert, warum dieser alltraumhafte Campingausflug nicht viel bekannter und beliebter ist. Ganz ehrlich: das ist im (überschaubaren) Bereich des Bärenhorrors der Primus! Selbst wenn er das wie gesagt lange Zeit nur unterschwellig bis gar nicht ist. Die Anspannung ist meisterhaft, Verzögerung und „Vorfreude“ und Taktik steigern sich massiv, Szenen wie die, in der der Bär seine Schnauze gegen das Zelt der Schlafenden drückt, sind einfach unfassbar gut gemacht und der Höhepunkt, der unvermeidliche Angriff, ist schlicht fies, unangenehm, hart. Das ist eine der Sequenzen, die einem noch lange im Mark hängen bleibt. Zudem kann man audiovisuell nicht meckern und obwohl dann nach dem Climax die Spannung etwas abfällt und umherdümpelt, passend zur Protagonistin, und vorher unsere zwei „Outdoor-Spezis“ definitiv auch mal den ein oder anderen Klops bauen, bei dem man sich an den Kopf fasst (Beile vergessen, Feuer nicht nutzen, tausendmal egoistisch verlaufen, nicht zusammenarbeiten usw.), bleibt dieses garstige Abenteuer dennoch sehr positiv in Erinnerung.
Fazit: wie spannend, intensiv und realistisch ist der denn bitte?! „Backcountry“ ist einer der besten neueren Mensch-gegen-Natur-Filme!