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Als Anne (Gisela Schneeberger) aus ihrer Wohnung ausziehen muss, beschließt die rund 60-jährige wieder mit ihren ehemaligen Freunden aus der Studenten-WG, Eddie (Heiner Lauterbach) und Johannes (Michael Wittenborn) zusammenzuziehen. Ihr fröhlicher und oft trunkener Neustart wird nur durch ihre Nachbarn getrübt, eine spießige Studenten-WG einer neuen Generation…

Nach eigenem Drehbuch und mit geballter Filmförderung dreht Regisseur und Produzent Ralf Westhoff (geb. 1969 in München, „Shoppen“ 2006) eine Komödie zum Thema Generationskonflikt. Dabei liegen die Sympathien von Anfang an bei dem älteren Jahrgang. Alle waren fleißig, aber auch ihren Idealen verbunden, so dass sie letztendlich zu wenig Geld für den Ruhestand verdient haben. Das Gegenstück sind die drei in ihrem ablehnenden Verhalten überzeichneten jungen Studenten, die nur ihre Karriere im Kopf haben, aber selbst mit alltäglichen Dingen überfordert sind. „Und wer kocht bei Euch?“, „Wie machen keine Ausbildung zum Koch. Wir studieren! Der Asiate braucht Arbeit, wir brauchen Essen. Das ist eine typische Win/Win-Situation.“ Als die komplett durchgeplante Uniwelt der Studenten durch Krankheit, Überforderung und Herzschmerz ins Wanken gerät, schlägt die große Stunde ihrer alten Nachbarn, die nun ihre Erfahrung spielen lassen können.
Die Botschaft, dass beide Generationen voneinander profitieren können, kommt klar rüber, wenn auch zugunsten der „Alten“. Dazu gibt’s einige wirklich lustige Dialoge und Szenarien, leider aber auch einen gewissen Tiefgang, der in dieser an sich leichten Komödie gar nicht nötig gewesen wäre. Der Film hätte auch ohne den zwischenzeitigen Zwist von Anne , Eddie und Johannes und ohne die Krebserkrankung von letzterem funktioniert. Der Leistung des tollen Ensembles tut das aber keine Abbruch, am besten haben mir Gerhard Polts-Partnerin Gisela Schneeberger („Man spricht deutsh“ 1988) als Eulenforscherin mit geringem Rentenanspruch, Michael Wittenborn („Stromberg – Der Film“ 2014) als erfolgloser, idealistischer Anwalt und Althippie und Clausia Eisinger („Blutzbrüdaz“ 2011) als verzweifelte Jura-Studentin gefallen. (7,5/10)

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