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Ach ja, anno dunnemals wurde das adlige Blut in den Niederlanden von einer ominösen Krankheit versaut, um trotzdem ihren Lüsten zu frönen, versucht es die Familie van Damme heimlich mit Inzucht. Davon wird deren Stammbaum zwar nicht besser, dafür bizarrer. Eines vorweg: Was sich wie eine Lovecraftsche Horrorstory anhört, ist in diesem Fall selten blöde auf Zelluloid gebannt worden. John und Kathleen Strauss besuchen eine abgelegene Insel, um nach Johns Vorfahren zu forschen, denn der Gute hat eine unbekannte Krankheit. Nasenbluten hin und Schauervisionen von Toten her, selbst für eine TV-Produktion wäre das zu schäbig, wie die beiden, gespielt von dem überaus untalentierten Roy Dupuis (grottenschlecht ist geprahlt) als Adliger im Lackaffenaufzug und Kristin Lehmann als seine umsorgende Krankenschwester und Freundin ihre Emotionen vortäuschen. Auf der Insel führen die Bewohner zielstrebig zum eigentlich gruseligen Geheimnis hinter dem Zinnober, dazu heben sie alle Gräber aus, da das Sargholz minderwertig ist (was ne blöde Begründung) und selbst die Kinder spielen Leichenbeschau, bis die formalinhungrigen Monster aus dem Untergrund nahen. Da Regisseur Peter Svatek offensichtlich nicht die geringste Ahnung hat, wie man eine Story etwas geheimnisvoll erzählt oder gar spannend macht, lässt er einfach die Protagonisten stets all das verbal vorwegnehmen, was irgendwie später Interesse wecken könnte. Wie Rutger Hauer in dieses Schmierentheater fand, ist schleierhaft, vielleicht ist sein Alkoholpegel als resignierter Aushilfsarzt ja gar nicht gespielt. An den Haaren herbeigezogen wie ein Kindermärchen verläuft die Erkundungstour der beiden, um den kranken John zu retten, bis es auch noch zum großen Showdown zwischen den degenerierten Familienmitgliedern und dem Inselvolk im Leuchtturm kommt. Für einen Film, der sich selbst ernst nimmt, ist das geradezu peinlich, selbst Trash wie "Lurking Fear" ist da besser. Auch wenn die Monsterhermaphroditen auch mal an ihrer menschlichen Beute nagen, als Horrorthriller ist "Hemoglobin" unsäglich langweilig.

Fazit: Einen Punkt für Rutger Hauer und einen für die hübsche Insel, das reicht. 2/10 Punkten

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