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H.P. Lovecrafts Kuzgeschichten fanden schon of Verwendung in zahlreichen Horrorfilmen, "The Lurking Fear" musste sogar zweimal herhalten. Einmal 1994 von C. Courtney Joyner, drei Jahre später wagte sich Regisseur Peter Svatek (Sci-Fighters - Vorhof zur Hölle, Ruf der Wildnis) an den Stoff mit dem Originaltitel "Bleeders". Traurigerweise waren auch Ronald Shusett (Alien, Total Recall) und Dan O´Bannon (The Return of the Living Dead, Dead & Buried) am Screenplay dieses lahmen Horrorfilms beteiligt. Circa 8 Millionen Dollar wurden dafür in den Harz gekickt.

John Strauss (Roy Dupuis) leidet an einer seltsamen Blutkrankheit, mit seiner Frau Kathleen (Kristin Lehman) besucht er nun seine kleine Heimatstadt an der Ostküste. Dort hofft er einige Verwandte wiederzufinden, um Informationen über seine Krankheit zu erhalten, die ihn langsam aber sicher umbringt. Durch Dr. Marlowe (Rutger Hauer) stößt man auf die wohlhabende Familie Van Daam, das letzte Familienmitglied verstarb angeblich vor vielen Jahren. Doch weit gefehlt, durch die Blutkrankheit und Inzucht haben sich die Nachkommen in blutgierige Mutanten verwandelt, die nun im Gangsystem unter der Erde leben. Als der Friedhof verlegt wird, wollen sie den Einwohnern an den Kragen. Auch John fühlt sich immer mehr zu seiner Sippe hingezogen.

"Hemoglobin" ist immerhin mal ein treffender deutscher Titel, da die Grundlage hier eine seltene Blutkrankheit bildet. Natürlich gehen O´Bannon und Shusett eine ganze Ecke weiter und lassen die Nachkommen der holländische Familie Van Daam vollends mutieren. Nicht nur durch die Krankheit, sondern auch durch Inzucht hat sich eine gnomartige Rasse entwickelt, die sich von den einbalsamierten Leichen des Friedhofs ernährt hat. Da dieser nun verlegt wird, verköstigen sich die scheußlichen Mutanten nun an den noch lebenden Dorfbewohnern. Doch bis dorthin ist es ein langer Weg, wir begleiten das Pärchen Strauss auf ihrem Spießroutenlauf über die Insel. Schließlich will man Informationen über Johns Herkunft, doch niemand will seine Familie kennen. Auch hat John ein starkes Bedürfnis nach etwas, doch er weiss nicht nach was. Der Zuschauer weiss schon früh von den Wesen, die sich unter der Insel bewegen, denn John hat Visionen und man sieht sie immer wieder kurz durchs Bild huschen, oder beobachtend an einem Luftschachtgitter. Doch Svatek hat die Ruhe weg und lässt die Informationsbeschaffung zu einer Tortour für den Zuschauer werden. Die Monster dürfen ein paar Opfer unter die Erde ziehen, eines der Viecher macht Bekanntschaft mit einem Bootsmotor, doch ansonsten passiert in der ersten Stunde so gut wie nichts.

Trotz der düsteren Grundstimmung gelingt Svatek kein bedrohlicher Moment, dabei lässt man im letzten Drittel extra einen Sturm aufziehen. Hier kommt dann ein bisschen Leben in die Bude, denn Dr. Marlowe schleicht ein wenig in den unterirdischen Gängen herum und entdeckt was die Brut mit den Menschen macht. Wer auf Grund der hohen Freigabe sich einige Goreeffekte erhofft, wird wohl zurückstecken müssen. Ein paar blutige Schnitte oder Stiche, welche die Mutanten mit ihren spitzen Waffen zufügen gibt es zu sehen, doch ansonsten ist "Hemoglobin" recht zahm. Man fragt sich nur, warum größtenteils Kinder als Opfer herhalten müssen, was schon einen bitteren Beigeschmack hinterlässt. Doch Svatek hält die Opferzahl sehr gering und lässt die Van Daams erst in den letzten paar Minuten die Dorfbewohner attackieren. Auch John nimmt noch seine Funktion ein, Kathleen ist natürlich so dämlich und pimpert ihren Mann nochmal richtig durch, zu guter Letzt ist sie auch noch schwanger. Über das nervige Ende will ich gar nicht mehr diskutieren, Roy Dupuis (Free Money, Screamers) geht einem sowieso von Anfang an auf den Senkel. Genauso Kristin Lehman (Alaska, The Sentinel) mit ihrer hysterischen Art, nur Rutger Hauer (Blade Runner, Wedlock) als Dr. Marlowe macht seine Sache gut.

Bloß nicht abends anschauen, sonst verabschiedet man sich schon vor dem verkorksten Finale in den Tiefschlaf. "Hemoglobin" ist eine schnarchige Angelegenheit mit absurder Story ganz ohne spannende Sequenzen. Ein paar düstere Momente, ein sympathischer Rutger Hauer, ansonsten ab damit in die Tonne.

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