Filme über Hooligans spielen meist in heruntergekommenen Vororten von London, wobei eben jene Gruppierung oftmals nicht von anderen, ebenfalls gewaltbereiten Straßengangs zu unterscheiden ist. Autor und Spielfilm-Debütant Gabe Turner umgeht sämtliche Klassifizierungen durch einen Generationskonflikt, der leider nur phasenweise innehalten lässt.
In Südostlondon tut Adam (Harley Sylvester) alles für seinen schlechten Ruf, zumal er das Viertel mit seiner Gang komplett beherrschen will. Als er von den legendären „Guvnors“ hört, deren damaliger Anführer Mitch (Doug Allen) bereits seit zwanzig Jahren ausgestiegen ist, macht er in einem Pub Ärger und ruft die ehemaligen Mitglieder der Guvnors auf den Plan…
Tatsächlich geht es nicht um das Treiben von Hooligans im engeren Sinne, sondern um zeitgenössische Straßengangs und eine, die zuletzt in den Neunzigern existierte.
Aus den ehemaligen Mitgliedern der Guvnors hätte man einen lustigen Trupp mit leichtem Augenzwinkern basteln können, doch dafür fallen die Figurenzeichnungen zu flach aus und nur selten erzeugen die wenigen Sprüche ein leichtes Schmunzeln.
Mitch steht bei alledem im Vordergrund, welcher mittlerweile einem seriösen Job nachgeht, jedoch Probleme mit seinem Sohn hat, der ebenfalls zu Gewaltausbrüchen neigt. Auf der Gegenseite erleben wir einen eiskalten Adam, der zwar stets ruhig spricht, jedoch zu Gewalteruptionen neigt, sich anderweitig fast schon liebevoll um seinen kleinen Bruder kümmert. Es erfolgt eine Spirale der Gewalt, welche durchaus mitreißender hätte ausfallen können, etwa indem gegnerische Familienzugehörige involviert oder Provokationen verstärkt werden.
Zwar kommt es in den letzten Minuten zu einem Aufeinandertreffen der Clans und es wird ein Twist eingebunden, welcher emotionale Ambivalenzen ins Spiel bringt, doch insgesamt wird der Showdown zu hastig abgearbeitet, während die entsprechende Action eher mutlos inszeniert ist. Auf der Habenseite ist indes das authentische Setting, die treffend besetzten Mimen und der zurückhaltende Score zu verbuchen.
Die Ansätze der recht dünnen Story sind gut, die Idee des Generationskonfliktes unter Straßengangs wäre jedoch weiter ausbaufähig gewesen, zumal es den Nebenfiguren merklich an Tiefe fehlt. Somit nimmt sich die eigentlich gegebene Brisanz häufig den Wind aus den Segeln, in Sachen Mitfiebern weht oftmals nur ein laues Lüftchen.
Wer auf Werke wie „Boyz n the Hood“ oder „Green Street Hooligans“ steht, könnte dennoch einen vorsichtigen Blick riskieren.
Knapp
6 von 10