Eine Gruppe von Archeologen und Wagemutigen stoßen in den Katakomben unter Paris das Tor zur Hölle auf...
So ausgelaugt, abgenudelt und ausgelutscht das Found-Footage-Genre auch sein mag, es ist doch ab und an noch für eine Überraschung gut. Hört man was von französischen Klettermaxen unter der Erde, denkt man unweigerlich an die flotten Mädels von DESCENT und seine Maulwurfwesen. In KATAKOMBEN läuft der Horror etwas übersinnlicher, metaphysischer ab. Das Tor zur Hölle wie bei HELLRAISER? Nö. Die Pforte zur Unterwelt? Das Fegefeuer? Der Limbus? Wie in Dantes "Die Göttliche Komödie"? Nicht ganz und auch weitaus weniger intellektuell. Die hübsche Archäologiestudentin Scarlett besteigt mit ein paar Sprayern und Kommilitonen die Pariser Katakomben. Dort liegen die sterblichen Überreste von 6 Mio. Menschen herum. Die Kulisse ist für einen Horrorfilm perfekt. Die Studenten lösen ein paar "Indiana Jones"-Rätsel, gelangen immer tiefer und verlaufen sich schließlich, so ähnlich wie die Hippies in DIE HÖHLE (LA CUEVA). Bzw. das unterirdischen Höhlensystem entwickelt ein Eigenleben, entfaltet seine ganze diabolische Vielfalt und verschlingt die Eindringlinge. Es passieren ein paar übernatürliche Sachen gepaart mit unheimlichen Erscheinungen. Die Schocks sind meist vorhersehbar, packen aber trotzdem ordentlich bei den Eiern. Decke-über-Kopf-zieh-Faktor: 7/10. Die Idee wirkt aber nicht zu Ende gedacht. Jeder urbane Abenteurer hat persönliche Halluzinationen und sieht sich im Stockfinsteren der Gewölbe mit seinen eigenen Dämonen konfrontiert. Es wirkt jedoch, als ob sich der Streifen nicht zwischen Höllenhorror und Bergsteigerthriller entscheiden könnte. Das Finale versöhnt dann mit einem Klecks Mindfuck aber zumindest ein bisschen.
Fazit:
Brauchbarer Wackelkamera-Horror vom Regisseur von DEVIL und QUARANTÄNE.