Found-Footage trifft Psycho-Mystery im Höllenschlund unter Paris.
Story-Zusammenfassung:
Eine junge Archäologin und ihr Team wagen sich in die Tiefen der Pariser Katakomben – offiziell, um die sagenumwobene Steinerne Pforte zu finden, inoffiziell auf der Suche nach der Quelle ewigen Lebens. Was als halb-dokumentarische, halb-abenteuerliche Expedition beginnt, verwandelt sich schon bald in einen albtraumhaften Trip ins Innere der Hölle.
Die klaustrophobische Atmosphäre, der enge Raum, das ewige Dunkel – und vor allem das Gefühl, dass Raum und Zeit sich auflösen – ziehen die Gruppe immer tiefer in einen Strudel aus Angst, Halluzinationen, Schuld und Wahnsinn.
Meinung
Katakomben ist nicht einfach nur ein Found-Footage-Horrorfilm mit klassischen Jumpscares. Der Film geht deutlich tiefer – im wahrsten Sinne. Anfangs noch als halb-dokumentarische Urban-Exploration-Nummer mit ein paar Nervenkitzel-Momenten inszeniert, kippt die Handlung schnell in etwas viel Surrealeres, fast schon Metaphysisches.
Leichte Parallelen zu The Descent sind da – eine Gruppe verliert sich unter der Erde, verliert die Kontrolle – aber Katakomben schlägt später einen ganz eigenen Weg ein. Es wird irgendwann fast unmöglich, Realität und Wahn voneinander zu trennen.
Man merkt schnell: Hier geht’s nicht nur ums Verlorensein in dunklen Gängen. Hier geht’s um innere Dämonen, Schuld, unausgesprochene Wahrheiten. Das Ganze ist durchzogen mit Symbolik – teils religiös, teils mythologisch, teils alchemistisch – und genau da könnte der Film für manche schwer zugänglich werden.
Man versteht als Zuschauer selten so viel wie man gerne würde – und das ist irgendwo auch Teil des Konzepts. Der Film fühlt sich an wie ein Rätsel, das sich nie vollständig lösen lässt. Und genau das macht ihn spannend und gleichzeitig etwas überfordernd.
Optisch funktioniert das Found-Footage-Konzept sehr gut. Die klaustrophobische Atmosphäre ist intensiv, die Kameraarbeit authentisch. Man ist mittendrin – egal, ob man will oder nicht. Schauspielerisch ist alles solide, niemand sticht extrem heraus, aber alle wirken glaubwürdig genug, um in diesem Setting zu funktionieren.
Fazit
Katakomben ist ein ungewöhnlicher Genre-Mix: Found-Footage, Horror, Mystery, Philosophie, Psychodrama – und das alles in den echten Katakomben von Paris. Der Film lässt sich nicht leicht greifen. Er ist keine leichte Kost und auch kein einfacher Gruselfilm für zwischendurch. Wer aber auf dichte Atmosphäre, symbolische Tiefe und eine Reise in die Dunkelheit des Unterbewusstseins steht, bekommt hier definitiv mehr als nur „Horror“.
Interessant, intensiv, stellenweise verwirrend, aber genau das macht den Reiz aus. Kein Film zum Entspannen – aber einer, der nachwirkt.