Review

Jugendbuchverfilmungen liegen weiterhin voll im Trend und da es sich bei der vorliegenden Dystopie um eine Romantrilogie handelt, werden zunächst mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Vergleiche zu "Tribute von Panem" und "Herr der Fliegen" wurden bereits mehrfach gehandelt, - ein wenig "Cube" und "Divergent - Die Bestimmung" und nicht zuletzt "Lost" sind ebenfalls vorzufinden.

Thomas (Dylan O'Brien) saust mit einem Aufzug nach oben, als er von einer Gruppe gleichaltriger Jungen in einer Lichtung in Empfang genommen wird, sich allerdings an nichts erinnern kann. Das hohe Mauerlabyrinth, welches die Lichtung umzäunt, sei bereits von mehreren "Läufern" ohne Erfolg erkundet worden, einen Ausgang habe man bislang nicht ausfindig machen können. Als Thomas ohne Erlaubnis das Labyrinth betritt, rüttelt er nicht nur die Hierarchie der Gruppe auf...

Regisseur Wes Ball konnte bislang lediglich mit einem optisch beeindruckenden Kurzfilm auf sich aufmerksam machen und auch hier offenbart er ein sicheres Händchen für eine ansprechende Kulisse.
Die Lichtung zeichnet sich durch natürlich warme Farben aus, während die recht hohen und teilweise sehr engen Mauern im Labyrinth latent bedrohlich erscheinen. Hinzu gesellen sich mit der Zeit die so genannten "Griewer", spinnenartige Roboterviecher mit metallischem Skorpionstachel und alienartigem Antlitz, welche technisch ebenfalls gut umgesetzt sind.

Bei der Figurenkonstellation sind allerdings recht früh eklatante Mängel auszumachen, da die Kommunikation unter den Jungen oftmals sehr oberflächlich ausfällt, einige Klischees in die Runde geworfen werden und die oberflächlichen Figurenzeichnungen kaum Emotionalität zulassen, was in Anbetracht einiger tragischer Entwicklungen ein deutliches Manko darstellt.
So ist Thomas als Sympathieträger zwar rasch etabliert, doch die übrigen Protagonisten lassen den Betrachter nahezu kalt, wodurch im Mittelteil kleinere Durchhänger zu verzeichnen sind.

Gut wird der Streifen immer dann, wenn er etwas Action auffährt, welche im Zuge einiger Wettläufe gegen die Zeit auch zwischenzeitlich Spannung aufkommen lässt. Leider verhindert die wackelige Kamera bei Temposzenen zuweilen eine effektive Dynamik, obgleich der saubere Schnitt und der passable Score einiges davon zu kaschieren vermögen.

Natürlich birgt der Showdown die eine oder andere kleine Überraschung, doch jener wird zu hastig abgehandelt und lässt binnen weniger Minuten bedeutende Fragen offen im Raum stehen, welche wahrscheinlich bei den zu erwartenden Fortsetzungen erneut thematisiert werden dürften. Bleibt zu hoffen, dass die mehr als solide agierenden Darsteller wieder mit von der Partie sind und etwas mehr Charaktertiefe erhalten, das Gesamtbild etwas markanter erscheint und eventuell mal ein Minimum an Humor eingebunden wird, denn da ist insgesamt noch viel Luft nach oben...
Knapp
6 von 10

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