kurz angerissen*
Schon immer lag die Vermutung nahe, dass der besondere Charme der 1994er Farrelly-Komödie „Dumm und Dümmer“ als einmalige, unwiederholbare Angelegenheit verstanden werden musste. Zu sehr lebt der Film vom Momentum der beiden Hauptdarsteller, von den Gegebenheiten am Set, von der Improvisationskraft und dem Timing.
20 Jahre später bestätigt die offizielle Fortsetzung nun diese Vermutung. Dabei hätte man keine bessere Überleitung als den Eröffnungsgag finden können, um die verstrichene Zeit zu überbrücken. Ziel dieses so späten Sequels konnte schließlich nichts anderes sein als die Zeit anzuhalten, und genau das wird hier gemacht. Harry und Lloyd leben immerhin in ihrem ganz eigenen Universum mit einer ganz eigenen Sprache.
Leider verführt das die Farrellys aber zu einer Quasi-Wiederholung des ersten Films, einem neuen Road-Movie mit einer Szenenschau, die teilweise ganze Konstellationen des Originals nachbaut. Was damals aber schräg, spontan und unerwartet war, ist heute mühsam und verkrampft. Zwei Jahrzehnte sieht man der praktisch unveränderten Aufmachung Carreys und Daniels zwar nicht an, tatsächlich haben sie Beide ihre alten Harry- und Lloyd-Marotten noch hundertprozentig im Repertoire, doch ein Blick in ihre Augen entlarvt die Müdigkeit und den Zwang, noch einmal einen Hit zu landen.
Nett einerseits all die Cameos der Nebendarsteller des ersten Teils und die unveränderten Schauplätze, doch selbst in Harrys grauer Wohnung herrscht eine Aura des Zwangs. Der Plot sollte ja nicht einmal so relevant sein, aber selbst hier herrscht eher Flaute; war die Suche nach Kofferbesitzerin Mary als solche bereits eine ausgemachte Dummheit und der Weg nach Aspen eine Abfolge irrwitziger Zufälle und Verwechslungen, ist die Suche nach Harrys Tochter ja immerhin nachvollziehbar, selbst wenn der Hauptgrund der Suche für den Normaldenkenden befremdlich ist. Auch Rachel Melvin kann als Dummchen-Spross keine wirklichen Akzente setzen.
Es gibt einige wenige gute Momente, insgesamt aber eine enttäuschende Rückkehr ins Leben der beiden größten Idioten auf diesem Planeten, denen im Alter nun ungewollt auch ein Stück Traurigkeit anhängt.
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