kurz angerissen*
Die Asterix-Trickfilme stecken seit langer Zeit in einer Sackgasse und die Realfilme waren ohnehin schon immer scheiße, da ist man ja doch irgendwie froh, mit dem Computeranimationsfilm noch eine dritte Möglichkeit zu haben. Für eine traditionsbewusste Reihe wie diese ist der Sprung von 2D zu 3D zwar ein gewagter, aber „Asterix im Land der Götter“ stellt unter Beweis, dass er bitter notwendig war.
Nach „Asterix bei den Wikingern“ dient mit „Die Trabantenstadt“ erneut eine der besseren Comicvorlagen als Basis, doch diesmal wird sie zum Glück auch genutzt. Während der bis dato letzte Trickfilm die Handlung mit einem viel zu ausgedehnten Subplot aufweichte, dichtet Alexandre Astier lediglich dem armen Römertropf, der gegen seinen Willen in die römische Neubausiedlung nahe des gallischen Dorfs geschickt wurde, eine Familie auf, aus der sogar durchaus putzige Begegnungen zwischen einem kleinen Römerjungen und dem großen Obelix resultieren. Davon abgesehen bleibt das Drehbuch erstaunlich dicht an der Vorlage. Diese allerdings bietet durch ihre vielschichtige Handlung auch eine geeignete Grundlage; Cäsar geht diesmal viel subtiler vor als gewöhnlich und konfrontiert die Gallier lieber wieder mit römischer Bürokratie, die den Schnauzbartträgern schon immer mehr Probleme bereitet hat als ein Aufgebot an Streitkräften, wie die legendäre Passage aus „Asterix erobert Rom“ um den „Passierschein A38“, ein wahrhaft M.C.Escher gewordenes MacGuffin, immer wieder gerne unter Beweis stellt.
Auch die Animationstechnik hat Auswirkungen auf das Empfinden für den neuen Asterix. Ein ballonhafter, rundlich-glatter, freundlicher Stil löst das handgezeichnete Miteinander aus runder und eckiger Geometrie ab und ist dazu in der Lage, jederzeit Kurswechsel zu vollführen. Die Figuren erblühen immer wieder in ihren typischen Posen und machen den Übergang in die dritte Dimension somit absolut nahtlos: Asterix grübelt, Obelix schmollt, Miraculix verzweifelt, Verleihnix und Automatix wüten mit den gleichen Posen, die sie populär gemacht haben.
Obwohl der handgezeichnete Stil die Ideallösung bleibt, weil er die Comic-Panels am authentischsten zum Leben erweckt, bietet die Computeranimation an dieser Stelle die Chance zu einem Neuanfang.
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