Audition ist einer der bekanntesten Filme des japanischen Workaholics Takashi Miike. Doch anders als bei Filmen wie "Ichi - The Killer" oder "Dead or Alive" beginnt Audition ganz ruhig , langsam , ja beinahe beruhigend. Erzählt wird die Geschichte des Geschäftsmannes Aoyama , der seit dem Tod seiner Frau den gemeinsamen Sohn alleine aufzieht. Mit der Hilfe eines befreundeten Filmproduzenten will Aoyama eine neue Frau finden. Die beiden veranstalten ein Casting für eine angebliche Fernsehsendung , um junge Damen zu begutachten. Eine der Bewerberinnen hat es Aoyama von Anfang an besonders angetan. Ihr Name ist Asami. Die schüchterne , höfliche Frau scheint geradezu perfekt zu ihm zu passen. Doch Aoyama ahnt nicht , auf was er sich da einläßt , den Asami ist nicht , was sie vorgibt zu sein...
Audition beginnt als Drama , als ein Film mit leicht melancholischem Flair. Ruhig und ausführlich wird der Zuschauer mit der Hauptfigur vertaut gemacht. Hierfür lässt sich Miike Zeit. Keine Actionszenen , sondern lange und ruhige Kameraeinstellungen dominieren die erste Stunde des Films. Jedoch ist eine unterschwellige Bedrohung spürbar , die durch kurze Aufnahmen von Asamis Wohnung untermalt wird. Nachdem die anfängliche Liebesstory zwischen Asami und Aoyama nach einer gemeinsamen Liebesnacht mit dem verschwinden Asamis endet , wendet sich das Blatt. In vollkommen grauen , blaßen Bildern verfolgt man nun den verzweifelnden Aoyama auf der Suche nach seiner Freundin. Hierbei wird mehr und mehr klar , das alles kein gutes Ende nehmen wird. Die letzten 20 Minuten wurden von anderen Leuten ja schon zu genüge beschrieben und sind im Verhältnis zum Rest des Films wirklich drastisch geraten. Wer Audition noch nicht kennt , sollte dies schleunigst ändern.
Ein toller Film von einem tollen Regisseur. Hoffentlich werden sich in Zukunft mehr Menschen mit Miikes Werken auseinandersetzen , denn um ihn kommt man nicht herum. Definitiv einer der innovativsten und besten Regisseure unserer Zeit , dem mit Audition ein subtiles Psychodrama mit super Darstellern und errinerungswürdigem Finale gelungen ist.