Review

Ich bin schockiert. Nicht mehr von diesem Film, denn diesen habe ich in den letzten Jahren öfter genossen und kenne ihn in- und auswendig (und werde auch auf eine umfassende Rezension verzichten - Es gibt genug davon).

Nein, mich schockiert die gnadenlose Naivität vieler westlicher Kinogänger. Miike wird in unseren Regionen radikal auf seine pervers-fanstastischen Eskapaden reduziert, während jegliche inhaltliche Substanz (die zweifellos gegeben ist) unbeachtet bleibt. "Ichi The Killer" ist nun wirklich kein Splatterfilm (allein schon viel zu unblutig) und dass "Audition" bei uns als Horror verkauft wird, grenzt fast schon an Blasphemie und obendrein an unerträglicher Dummheit. Dass die meisten Menschen ihre Erwartungshaltung an den Film auf die letzte Viertelstunde beschränken, ist aufgrund des miesen Marketings (Stichwort Horrorfilm) und der Mund-zu-Mund-Propaganda unvermeidlich.

"Audition" ist jedenfalls nicht das, als was man ihn zeigt und er wird wohl nie seinen mehr schädigenden als zuträglichen Ruf bzw. "Status" als "Kulthorror" ablegen können. Sei's drum. Der Film ist ein unglaublich menschlich gespieltes Beziehungsdrama mit Thriller-Einflüssen. Wer sich dessen bewusst ist, wird dem Film die Würdigung zukommen lassen, die er verdient hat. Und das ist mehr wert als das Freudengeheul tausender ketchupsüchtiger Neo-Gorefans.

Wertung: 10/10

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