"Reckless" - Für dieses englische Wort gibt es mehrere Übersetzungen. Unteranderem wie im Titel schon angezeigt - "rücksichtslos" aber auch "waghalsig" und "unbekümmert". Im Grunde passt jede dieser Adjektive zum Regiedebüt von James Foley, der in darauffolgenden Jahren einige Filmperlen aufzuweisen hat. Darunter sind zum Beispiel "Corruptor" mit Chow Yun-Fat sowie den meiner Meinung nach unterschätzten "Fear - Wenn Liebe Angst macht" mit Mark Wahlberg und Reese Witherspoon in den Hauptrollen.
Nun, wir schreiben das Jahr 1984 in dem Foley "Reckless" drehte. Das er da auf spätere Stars oder aber auch heute sehr bekannte Gesichter zurückgriff, dürfte damals wohl kaum einer gedacht haben. Hier tummeln sich beispielsweise Aidan Quinn (The Assignment, Jenseits der Träume), Daryl Hannah (Kill Bill, Blade Runner), Adam Baldwin (Predator 2, Independence Day) oder aber Jennifer "Baby" Grey (Dirty Dancing). Gut, Daryl Hannah und Jennifer Grey erkennt man heute kaum noch, da sie im Laufe der Zeit mehr davon auf der Pritsche beim Fressendoktor verbracht haben, als auf der Besetzungscouch zu betteln.
Was die Story angeht, so haben wir es hier mit der obligatorischen Nummer 08/15 zu tun. Der Außenseiter verliebt sich in die Schulschönheit und andersrum passts auch. Ok, hier gesellt sich noch ein bißchen was anderes dazu, nämlich die "Rastlosigkeit". Man will dem Kleinstadtmief entfliehen. Möchtegern Outlaw Johnny (Quinn) hat einen saufenden Papa Zuhause, der ihn genauso ankotzt wie die ganzen Poser an der Schule. Prinzessin Tracey (Hannah) hat es da etwas besser. Sie hat reiche Eltern, ist gut behütet und braucht sich im Grunde um die Zukunft keinerlei Sorgen machen. Sie will aber nicht, sie will raus in die weite Welt und was erleben. So weit, so langweilig...
Großes Problem ist neben der monotonen, eintönigen und vorhersehbaren Story das Darstellerensemble. Irgendwie passt das alles nicht, genauso wie die deutsche Synchro. Aidan Quinn soll mit 25 einen 17-jährigen verkörpern, kommt aber wie 35 rüber. Das gleiche Ding ists mit Daryl Hannah - damals 24. Sie wirken einfach nicht wie Jugendliche. Auch das Verhalten der Mitschüler und vorallem Lehrer ist derart bescheuert, das man sich wahrlich durch den Film kämpfen muss.
Fazit:
Mag sein das dieser Streifen einige Fans hat, mir hat er aber einfach nicht gefallen. Dröge, unmotiviert dahinplätschernd und dabei völlig ohne Aussage. Der Kern fehlt, die Essenz. Für ein Regiedebüt in Ordnung, aber lange nicht der große "Frust".
3/10