Nahezu jeder erfolgreicher Komiker in Deutschland hat, früher oder später, mal die Chance in einem Film mitzuspielen. Erkan & Stefan haben z. Bsp. schon drei Filme über die Bühne gebracht, Knallköppe wie Martin Schneider oder Mirko Nontschew waren bei den "7 Zwergen" mit dabei, Kalkofe und Pastewka machten schon Jagd auf den "Wixxer", na und Otto Waalkes hat auch schon so einiges auf dem Filmkasten. Auch Wigald Boning gehörte lange Zeit mit zu den erfolgreichsten Komikern im dt. Fernsehen, vor allem seine Auftritte in "RTL Samstag Nacht" sind mitunter legendär. Warum sollte also auch er nicht mal die Chance kriegen und in einem Film mitspielen? Tja, dass beantworten uns "Die drei Mädels von der Tankstelle" eindrucksvoll und das obwohl Boning eigentlich gar nicht so die große Schuld am Misslingen des Streifens hat.
Denn der gute Wigald ist so ziemlich der einzige Grund, warum man es schafft den Film bis zum Ende anzugucken. Doch dazu später mehr. In punkto Story ist "Die drei Mädels von der Tankstelle" jedenfalls ein sehr freies Remake auf den großen Heinz Rühmann-Spaß von 1930, "Die drei von der Tankstelle". Wigald, der sich hier, zumindest namentlich, selbst spielt, hat es auf das Erbe seiner verstorbenen Mutter abgesehen. Dieses bekommt er allerdings erst, wenn er eine verstaubte Tankstelle wieder "zum Leben" erweckt und wirtschaftlich auf einen guten Nenner bringt. Doch diese Tankstelle wurde kurz zuvor von drei Mädels gepachtet, die für den Frauenhassenden Wigald ein großes Problem darstellen. Also macht er sich auf, die Damen möglichst schnell loszuwerden. Einfacher gedacht, als getan... Von der Story her hat das Ganze eigentlich wirklich kaum etwas mit dem Original gemein und wirkt mehr wie eine schlechte Witzversion des Komödienklassikers. Äußerst dünn und vollkommen ohne Sinn und Verstand, zieht sich die Geschichte hier mehr wie ein dünner roter Faden, durch allerhand grenzdebile Jokes und dümmliche Dialogfraßen. Tiefgang und Logik wieder einmal Fehlanzeige, es regiere der pure Blödsinn.
Das purer Blödsinn in seiner reinsten Form dennoch für gelungene Filme gut sein kann, dass haben schon Otto, Bully und viele andere deutsche Komiker des öfteren bewiesen. Doch bei Wigalds Film klappt das nicht. Die Jokes sind zwar allesamt schön Fäkalfrei und halten sich meist über der Gürtellinie, doch dafür sind sie meist auch alles andere als witzig. Viel zu oft hangelt sich ein platter Joke an den nächsten, ab und zu wird das Ganze sogar so absurd, dass z. Bsp. Wigalds Mutter einen Kollaps kriegt, wenn sie nicht gleich einen 50 DM-Schein vertilgt oder Wigald nur mit reiner Willenskraft durch den Fußboden bricht. Ab und an ist zwar mal ein Schmunzeln drin, doch allzu häufig regieren die Blindgänger, Witze die hier einfach nicht zünden wollen.
Und das obwohl Wigald hier eigentlich eine, seiner Humorart entsprechenden, astreine Darbietung hinlegt. Schauspielern kann er zwar nicht, doch bleibt er sich, in wirklich jeder Szene, selber treu und spielt den gutmütigen Trottel mit vollster Hingabe. Das fängt schon bei seinen Klamotten an die, Wigald-typisch, natürlich nie und nimmer passen und immer entweder grotesk bunt oder einfach nur viel zu kurz sind. In punkto Kleidergeschmack hatte der Witzbold ja noch nie Geschmack gehabt und das beweist er seinen Fans hier wieder einmal, auf wunderbar geschmacklose Art und Weise. Und wenn es wirklich mal was zum Schmunzeln gibt, dann ist auch wirklich Wigald immer der jenige, der diese Schmunzler ernten kann.
Alle anderen wirken gegen ihn nämlich ziemlich blass. Auch wenn Typen wie Franka Potente oder Axel Milberg definitiv die besseren Schauspieler sind und sich hier auch gar nicht so schlecht präsentieren, so können sie einfach nicht gegen Wigalds herrliches Komikertalent anspielen. Da hilft es selbst nicht, dass sich Frau Potente hier mal für einen kurzen Moment sogar halbnackig macht. Hervorstechen kann da höchstens noch Helen Vita, als bitterböse Tante Margot, die ihren Neffen lieber heute als morgen um sein Erbe bringen will. Alle anderen bleiben aber, trotz besser Schauspielerleistungen, nur ein dünnes Lämpchen gegen Wigald. Schade eigentlich!
Etwas gewöhnungsbedürftig sind zudem die Songs geraten, die mir persönlich aber doch Spaß gemacht haben. Vor allem der abgewandelte Titelsong "Ein Freund, ein guter Freund" macht in seiner peppigen Version durchaus Laune und auch die anderen Songs können gefallen. Aber jeden Geschmack treffen sie sicherlich nicht!
Fazit: Wigalds erster und wohl einziger Kinoausflug entpuppt sich leider als ein recht bieder geratenes deutsches Komödchen, in dem nur Wigald selbst für einige Schmunzeleinheiten gut sein kann. Ansonsten ist Geschichte absoluter Schnulli und die Witze (bis auf einige Ausnahmen) allesamt eher Blindgängerware, als wirkliche Brüller. Und auch Wigalds Schauspielerkollegen wirken völlig blass neben ihm, obwohl sie eigentlich die besseren Schauspieler sind. Wer auf Wigalds Humor steht, der darf gerne mal einen Blick riskieren, doch etwas wirklich Brauchbares, ist dieser Kinoausflug eines Komikers leider nicht geworden. Dann doch lieber Otto und Co.!
Wertung: 4/10 Punkte