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Sobald Filmemachern im Bereich des Slashers die Puste ausgeht, besinnen sie sich auf die Wurzeln und kopieren bekannte Vorbilder der Achtziger. Regieneuling Ian Kessner versetzt seine Handlung ebenfalls in die Achtziger, doch für eine liebevolle Hommage reicht das simple Abarbeiten gängiger Verlaufsmuster beileibe nicht aus.

Ein achtköpfige Schülertruppe um Adrienne klaut während einer Tanzveranstaltung einen alten Schulbus, der auf dem Weg zu einer Waldhütte schlapp macht. In einer einsam gelegenen Behausung angekommen, tritt schon bald ein Killer auf den Plan, der zugleich Appetit auf Jungfleisch zu haben scheint...

"Lost After Dark" ist auch der Zuschauer, denn nach kurzer Einführung der figurentechnischen Abziehbilder stereotyper Langweiler bricht die Nacht herein und die Beleuchtung mehr oder minder ab. In manchen Szenen ist nur erahnbar, was sich da soeben abspielt, - hilfreich, wenn ein potenzielles Opfer zumindest eine Taschenlampe mitführt.

Ansonsten ist der Killer zwar ein Hüne, jedoch ein austauschbarer, dem nicht viel an Worten zu liegen scheint. Das ist eher das Ding des Direktors Mr. C, der sich für einen großen Vietnamhelden hält und mit markigen Sprüchen ein wenig Auflockerung verschafft.
Denn anderweitig ist der anberaumte Humor harmlos bis peinlich und obgleich Protagonisten Namen von populären Helden, Regisseuren und Darstellern jener Zeit tragen, zünden die Anspielungen auf bekannte Vorbilder kaum. Nicht ein Augenzwinkern ist auszumachen und anstatt ein wenig neue Wege einzuschlagen oder zumindest ein paar überraschende Wendungen einzubauen, ist die Handlung von vorne bis hinten erahnbar.

Schließlich sind noch ein paar blutige Ableben auszumachen, wenn eine Hacke im Bauch landet, sich ein Auge verabschiedet oder diverse Köpfe abgetrennt werden, - innovativ fallen die Morde jedoch nicht aus und auch diverse Konfrontationen geraten meistens viel zu kurz, um überhaupt Spannung aufkommen zu lassen. Gleichermaßen hält sich der Score weitgehend zurück, wogegen die bewussten Filmmaterialfehler komplett unnütz sind und lediglich ein paar clevere Kamerawinkel aufzeigen, dass Regisseur Kessner seine Vorbilder gut studiert hat.

Im Endeffekt erscheint der Streifen kein Stück eigenständig und ist primär darum bemüht, vertraute Abläufe zu kopieren, was in wenig Atmosphäre und noch weniger Spannung mündet. Die Leistung der Mimen geht noch in Ordnung, handwerklich ist bis auf die unterirdische Ausleuchtung nicht viel anzukreiden, jedoch offenbart sich ein storytechnischer Langweiler, der die Sichtung nicht wert ist.
3,5 von 10

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