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Prinzipiell ist es ein Vorteil, wenn eine Frau bei einer Geschichte Regie führt, die primär mit einer Dreiecksgeschichte spielt und wie beim Noir auch eine Femme Fatale die wesentlichen Hebel in Gang setzt. Doch Tammi Sutton gelingt es zu keiner Zeit, Interesse für die Personenkonstellation zu schüren, da man zu niemanden eine Verbindung aufbauen kann.

Darius (Andrew Howard) ist der örtliche Gangsterboss, der stets unnachgiebig und knallhart seine Ziele verfolgt. Als seine Frau (Barbara Nedeljakova) ihn mit seinem Handlanger Riley (Edward Hogg) betrügt, sinnt er auf Rache und zwingt Riley zum Mord an seiner Frau, - andernfalls werde er selbst zum Mordopfer...

Der Stoff steigt mit einer Parallelhandlung ein: Während Darius einen alten Kumpel im Wald bedroht, kurz darauf seinen Hund erschießt und etwas von Vertrauensbruch faselt, dönern seine Alte und sein Laufbursche im Hotel und wähnen sich gänzlich ungestört, was Darius jedoch schon längst in Erfahrung bringen konnte. Dann wird doppelt zugestoßen: Einmal das Paar und Darius mit einem Knüppel, der unablässig auf seinen ehemaligen Freund eindrischt.
So ist der Bösewicht eindeutig als solcher etabliert, das Paar bleibt jedoch komplett außen vor, was sich im Verlauf aufgrund zu weniger Dialoge und mangelnder Emotionen auch nicht mehr ändern soll.

Der Rest spielt sich wie ein Kammerspiel in der Bude des Gangsterbosses ab, in der es zwar zu einigen Kämpfen, Rangeleien und tödlichen Momenten kommt, da zwei minder bemittelte Klischeecops am Rande mitmischen, doch die Dreiecksgeschichte erfährt trotz diverser Wendungen keine Überraschung und am Ende zieht die Geschichte belanglos an einem vorbei: Schwache Figuren, schwache Dramaturgie und ein meistens viel zu lauter, unpassender Score.

Was die Chose noch ein wenig rettet, ist die inbrünstige Performance von Andrew Howard, der zwar zuweilen Richtung Overacting neigt, aber immer noch mehr Präsenz mitbringt, als der Rest der Truppe, welcher komplett blass bleibt, was auch auf die minimale Ausstattung zutrifft. Freunde von Gewaltszenen erhalten zwar einiges Material wie Hand abschlagen, überfahrener Schädel oder Kehlenschnitt, doch allzu explizit fallen jene Momente nicht aus und auch in Sachen nackter Haut hält sich das Gezeigte arg zurück.

Am Ende erscheinen die rund 79 Minuten doch reichlich lang, weil im Endeffekt nichts Bewegendes passiert, keine spannende Szene auszumachen ist und die dünne Geschichte viel zu oberflächlich bleibt, um überhaupt länger als eine Stunde im Sinn zu bleiben.
Handwerklich unauffällig, inhaltlich dünn, lässt der Stoff bis auf die ersten fünf Minuten komplett kalt.
3 von 10

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