Review

"Wenn Du es baust, wird er kommen" Zitat von Kevin Costner auf LSD im  Film "Feld der Träume".

Nun hier kommt nicht "Er", sondern "Es" - und gleich vorneweg - es wurde mit den einfachsten Mitteln mit einem Budget von 2 Mio prodzuziert und ist für mich der Gruselfilm des Jahres 2015. Keine teuren Effekte, keine Schauspieler, die für ihre persönliche Prostituierte 2 Mio am Tag verlangen, keine Dixie-Klos aus Carbon, keine Make-Up-Spezies, die am Tag 10000 Dollar kosten. Sondern "It Follows" ist einfach nur ein Film, den wir uns so oft gewünscht haben, ohne großen Mumpitz, ohne 300 Mio Dollar Special Effekte aus dem PC, sondern einfach nur purer Grusel mit Darstellern, die keine Gage wie Adam Sandler verlangen, dass er mal in die Kamera pupsen muss.

Ich hab mir im Nachhinein viele Kritiken durchgelesen und viele bemängeln die Logik? Was für eine Logik, ihr Fiffis? Hier hab ich selten Patzer gesehen, es sieht nicht nach Amateur-Film aus und das Teil tut einfach nur gut, wenn man "Es" alleine im Dunkeln bei voll aufgedröhnten Boxen schaut. Dabei kommt es nicht einmal auf Schockeffekte an, sondern das Grauen lauert an jeder Ecke. Hut ab. So einen Film habe ich schon lange nicht mehr gesehen, auch wenn er ein klein wenig bei "Halloween" etc. abkupfert - aber wer erfindet das Rad neu?

In Zeiten, in denen nur 3D und SFX zählen, die Zuschauer komplett verblendet werden ist "It Follows" ein absolutes "Muss". Es sei nur soviel gesagt: Das "Es" wird nur soviel beschrieben, wie wir wissen müssen, und doch mehr gerne erfahren würden. Aber es passiert nicht. Das "Es" ist das pure Böse und kann nur durch Gechlechtsverkehr weitergegeben werden, dass zwei Regeln befolgt: "Es" kann jeder sein, zu jeder Zeit und zu jedem Ort, ohne mit SuperBoost in die nächste Stadt zu fahren. Zweitens: "Es geht nur im normalen Schritt" auf Dich zu. Dritte kleine Regel: Wird es Dich töten, geht es zum letzten zurück, bishin zum Wirt, der dafür verantwortlich ist, das "Es" ausgebrochen ist. Aber davon bekommen wir nichts mit. Und das ist gut so. Wir bekommen nur die Basics erzählt, was dem Film im Nachhinein gut tut.

Wir haben hier also eine Teenager-Gruppe, ein Girlie steckt sich mit der Krankheit an und eine weitere Komplikation ist es, dass nur "Infizierte" das "Es" in Menschengestalt sehen, für jeden anderen ist es unsichtbar. Es kann ein Kind sein, eine Oma, ein Riese, aber "It" ist unverwundbar. Selbst ein Kopfschuss, bei dem jeder Zombie einknicken würde, steht der Dämon wieder auf und fickt weiter.

Viele Kritiker suchen im Film Sozialkritik oder das Spiegelbild auf die Gesellschaft von heute (HIV etc), aber ich sage euch - steckt euch den Dildo in das Pupsloch - das interessiert mich bei einem subtilem Horror-/Gruselfilm nicht die Bohne.

Man kann sich auf den Film einlassen oder eben nicht. Wer blutige Massaker sucht, ist hier falsch. "It Follows" spielt sich im Kopf des Betrachtenden ab und läuft eben ab wie "Final Destination" nur eben ohne große Gore- oder Todeseinlagen.

Was noch superb wirkt, sind der geniale 80-Dark-Bastard-Wave-Soundtrack, die Kamera-Einstellung (man schaut permanent in jedem Bild automatisch in die hintere Ecke) und die unverbrauchten Darsteller, was den Film noch einmal hervorhebt.

Einzig und allein das offene Ende, das wie ein "Wir stoppen jetzt" wirkt, schmälert den Genuss. Aber im Nachhinein und in der Langzeitwirkung ist das gut. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass bei diesem Film noch einige Fortsetzungen folgen werden. Dennoch vergebe ich nicht die Höchstzahl. Dafür fehlt etwas. Genau wie bei "Saw 1".

Trotzdem, wer sich auf subtilen Grusel einlassen kann ohne große Goreienlagen, wer auf Logik (?) verzichten kann, wird sich zwei mal das Höschen feucht machen. Und wird einen genialen Filmabend erleben.


9,444/10

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