*** SPOILERWARNUNG ***
Nachdem Jay mit ihrer Bekanntschaft Hugh geschlafen hat, eröffnet dieser ihr, dass er damit einen Fluch an sie weitergegeben hat. Eine in wechselndem Aussehen langsam auf sie zukommende Gestalt wird sie von nun an verfolgen und versuchen, sie zu töten.
An den Stil des von David Robert Mitchell geschriebenen und inszenierten Streifens muss man sich eventuell gewöhnen. Damit steht oder fällt ein nicht unerheblicher Teil des Erlebnisses. Bei mir hat das recht lange gedauert, „It Follows“ hat mich nicht von Anfang an gefangen genommen. Etwas farbarm und mit vor sich hin murmelnden Teenagern ausgestattet wird die Grundidee ja recht schnell offenbart und der Rest des Films befasst sich dann mit den Möglichkeiten, mit diesem Fluch umzugehen.
Rein auf das Thema Sex bezogen mag man damit Dinge assoziieren, die weitergegeben werden können. Ergo übertragbare Krankheiten, ungewollte Schwangerschaft etc., wobei das stete langsame Verfolgen die immer zumindest unbewusste Angst davor bebildern mag. Ergibt dann im Hinblick auf den Rückgriff von „It“ auf den/die Nächste/n in der Kette wiederum keinen Sinn, höchstens als Unwissenheit, ob überhaupt was passiert ist und dies erst später durchschlägt. Aber mit Erklärungen ist Mitchell generell mehr als sparsam. Dabei stehen mit fortschreitender Laufzeit immer mehr Fragen im Raum. Folgt das Ding über‘s Meer, ist Verhütung ein Faktor und so weiter. Dass der Film nichts weiter ausformuliert, sei‘s drum, das hält das Mysterium aufrecht. Dass die betroffenen Figuren selbst sich aber nichts fragen, ist wiederum ein Zeichen, dass das Skript die Augen vor der eigenen Idee verschließt.
Letztlich wiederholen sich die Handlungsmuster immer mal wieder. Weglaufen oder -fahren, es doch weitergeben, sich dem in den Weg stellen. Wobei das Vorgehen gegen Ende merkwürdig anmutet, haben die Betroffenen doch schon gelernt, dass auch Schusswaffen es nicht aufhalten.
Doch bei aller Redundanz schafft der Streifen es, eine gewisse Paranoia zu etablieren. Jede Bewegung auf die Figuren zu wird registriert, der Bildhintergrund permanent nach einer auftauchenden Bedrohung abgesucht. Auf dieser Ebene schafft Mitchell es, das Publikum mit einzubinden, das muss man ihm lassen. Ob das Ende nun offen, Zufall oder was anderes ist, das bleibt das Ergebnis der eigenen Interpretation. Dieser verschließt sich „It Follows“ generell nicht, kann man sich doch Gedanken machen, wofür dieser Fluch stehen mag. Da muss man aber selber durch, woanders werden keine Antworten herkommen. Irgendwas gibt man doch immer weiter.