Vier Teile umfasst die Kinderbuchreihe des norwegischen Erfolgsautors Jo Nesbø bislang und es hat doch ein wenig gedauert, bis der bereits 2008 erschienene Erstling um einen verrückten Erfinder umgesetzt wurde. Vielleicht auch, weil Flatulenzen für Erwachsene im Normalfall so unangenehm sind, wie sie für Kinder, nicht nur in der Analen Phase schlichtweg von Spaß begleitet werden. Und tatsächlich: Etwas weniger infantil hätte es auch getan.
In einem Vorort von Oslo trifft die Einzelgängerin Lise auf den vorlauten, neunjährigen Rotschopf Bulle, welcher sie dazu anspornt, einmal den gemiedenen Erfinder Proktor (Kristoffer Joner) aufzusuchen. Dieser experimentierte eigentlich an einem Haarwuchsmittel, herausgekommen ist jedoch ein Pupspulver, welches bei Überdosierung gar einem Raketenantrieb gleicht, wie Bulle bald feststellt. Das Trio möchte das Pulver groß vermarkten, doch da kommt ihnen der fiese Nachbar mit seinen tumben Zwillingssöhnen zuvor...
Natürlich geht es alle Nase lang um glücklicherweise geruchsfreie Darmwinde, doch auf Dauer dürften lediglich die ganz jungen Zuschauer Spaß an dem pupsigen Treiben finden, obgleich die Effekte mit fliegenden Personen per Heckantrieb meistens gelungen sind und die grundsolide Kamera ein paar ansehnliche Blickwinkel liefert.
Immerhin kommt das Heldentrio sympathisch daher und ergänzt sich gegenseitig auf gelungene Art und Weise, allerdings sorgt das wenig fürsorgliche, oftmals ignorante und teils sogar gewaltverherrlichende Verhalten sämtlicher Elternteile für Irritationen.
Der Bösewicht plättet seine Zwillinge zwischendurch mit einer Panzerfaust, Bulles Mutter raucht, telefoniert und entzieht sich jeglicher Verantwortung, während Lises Eltern ihrem jeweiligen Fetisch in Form von Bügeln oder Militärquatsch nachgehen: Etwas merkwürdige Vorbilder, welche beinahe wie Karikaturen daherkommen.
Auch bei der Ausstattung sind Abstriche zu machen. Besonders die Außenkulissen des Vorortes wirken viel zu steril, demgegenüber vermag das Domizil des Erfinders zu punkten, welches mit zum Teil liebenvollen Details aufwartet. Anbei mischt noch eine riesige Schlange, Anna Conda mit, welche zwar okay gestaltet ist und für kurze humorige Einlagen sorgt, - den jüngeren Betrachtern dürfte sie indes das Fürchten lehren.
Für Erwachsene ist das Treiben auf Dauer schlichtweg zu einseitig, es mangelt an Charme und Situationskomik und trotz passabler Mimen und einem stets nach vorn marschierenden Score bleibt der Unterhaltungswert im unteren Mittelmaß stecken und der halbgare Spaß ist irgendwann vom Winde verweht...
Knapp
5 von 10