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Auch ein dystopischer Sci-Fi-Thriller benötigt nicht sonderlich viel Budget, - sofern die Story packt und genügend Raum zum Miträtseln geboten wird. Das gelingt Regisseur und Hauptdarsteller Noel Clarke zunächst ganz gut, doch nach geraumer Zeit ermüdet das abstrakte Treiben, während des Pudels Kern bereits vorzeitig offen gelegt wird.

Der traumatisierte Ex-Soldat Ryan (Clarke) erwacht mit einem entführten Jungen im Laderaum eines Vans. Zunächst gelingt ihnen die Flucht, doch dann erwacht Ryan Tage später an einem völlig anderen Ort und kann sich nicht mehr an die Zeit dazwischen erinnern.
Genau 9 Minuten und 47 Sekunden bleiben ihm jeweils, um das Geheimnis hinter seinen Erinnerungslücken zu schließen...

Die Mischung erinnert ein wenig an "Bourne Identität" und "Source Code", wobei Ryan zwar Erlebtes speichern kann, jedoch nicht weiß, wie er plötzlich von New York nach London kommt oder die Minuten vor dem eigentlichen Bewusstsein mit der Prostituierten Dana (Alexis Knapp) im Bett verbrachte. Das wirft zu Beginn natürlich unzählige Fragen auf und die Funktion eines gewissen Harkin (Ian Somerhalder) verwundert genauso wie die merkwürdigen Machenschaften in einem Geheimlabor, doch spätestens ab Mitte der Erzählung lässt sich deutlich erahnen, in welche Richtung die Geschichte marschiert.

Dazwischen tummeln sich einige Actioneinlagen, welche zwar eine passable Choreographie vorweisen, doch die ständige Anwendung von Zeitlupe und Fast Forward raubt den Kämpfen frühzeitig den Reiz, zumal richtig knackige Einlagen nicht auszumachen sind. Auch in Sachen Gewalt hält sich die Inszenierung deutlich zurück, - ein angedeuteter Kopfschuss stellt bereits das Deftigste dar.

Was nach einiger Zeit ein wenig bitter aufstößt, ist das unausgegorene Drehbuch, welches viel Willkür offenbart und immer dann zu ausgedehnten Dialogen ansetzt, wenn es gerade im Ansatz spannend wird. So bleiben einige Fragen gänzlich unbeantwortet, manche Vorgeschichten werden unzureichend durchleuchtet und ein gestandener Mime wie Brian Cox wirkt in den wenigen Szenen nahezu vergeudet, während der Rest der Riege maximal brauchbar performt.

So verkommen die guten Ansätze zu einer nur selten spannenden Geschichte, die sich zu sehr auf das Geheimnis hinter der Hauptfigur stützt, jedoch viel zu früh die wahren Hintergründe offenbart. Das ausgeprägte Product Placement stört nach einiger Zeit genauso wie die eindimensional inszenierten Fights und so gerät diese Anomalie weniger geheimnisvoll und spannend, als augenscheinlich beabsichtigt.
Knapp
4 von 10

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