Review

Dem von US-Regisseur Barry Sonnenfeld Anfang der 1990er verfilmten Addams-Family-Spektakel liegen Comics und eine Serie zugrunde, nichts davon kenne ich – weiß aber, dass es dieser Film in sich hat. Überaus skurrile, von hervorragenden Schauspielern besetze Charaktere führen durch eine morbide Farce in detailverliebten, stimmigen Kulissen, die trotz zahlreicher Anspielungen auf Gewalt und Tod tatsächlich für die ganze Familie geeignet ist. Dabei wird um Sympathie für sich am Rande der Gesellschaft verwirklichende Gestalten geworben, die trotz ihrer abseitigen Lebensentwurfs schon nach kurzer Zeit sympathischer und liebenswürdiger wirken als die „normale“ Bevölkerung – was auch der (vermeintliche?) Onkel Fester bald erfährt, nachdem er in die Familie eingeschleust wurde. Vollgepackt mit Gags, die ihren Humor aus der Verehrung des Düsteren und damit einhergehenden Umkehr gängiger Schönheitsideale und -empfindungen beziehen, wurde die Farbgebung des Films entsprechend angepasst, was zur Atmosphäre positiv beiträgt. Ein paar Abstriche muss man aber leider beim Drehbuch machen, das zwar sogar irrwitzige Tanz- und Gesangseinlagen sowie akrobatische Kämpfe vorsieht, im Finale aber gerne mehr hätte herausholen können. In jeden Falle ist Sonnenfeld aber eine sehr gelungene, eigentlich gar nicht so schwarze Komödie geglückt.

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