Ang Lee, zurück zu seinen Wurzeln. Der Regisseur, der in den Neunzigerjahren das Augenmerk der Filmwelt mit Filmen wie The Wedding Banquet und Eat, Drink, Man, Woman auf das taiwanesische Filmschaffen gelenkt hat, kehrte nach einigen aufsehenerregenden Erfolgen in den USA im Jahr 2000 nach Asien zurück und drehte mit Crouching Tiger, Hidden Dragon eine hinreissende Hommage an das chinesische Martial Arts-Kino. Das Werk wurde zum ersten Martial-Arts-Film, der für einen Oscar als „Bester Film“ nominiert wurde; den gewann er zwar nicht, dafür wurde er mit internationalen Preisen richtiggehend überhäuft (darunter der Oscar und der Golden Globe für den besten ausländischen Film).
Wenn ich mir einen asiatischen Film anschaue, insbesondere einen mit historischem Hintergrund, dann komme ich mir immer etwas dumm vor. Vieles entgeht mir, weil ich mich in der gezeigten Kultur nicht auskenne. Crouching Tiger, Hidden Dragon ist voll mit Symbolen und Anspielungen, die sich dem Durchschnittseuropäer nicht erschliessen. Besonders, wenn die Geschichte, wie hier, einem uralten chinesischen Romanzyklus folgt.
Zum Glück hält Ang Lees Film genügend Schauwerte, Zwischenmenschliches, viel Spannung und Witz bereit, so dass er einem „Unwissendem“ wie mir trotzdem höchst vergnügliche und denkwürdige zwei Stunden beschert. Die „schwerelosen“ Kampfszenen verblüffen und begeistern mit ihrer tänzerisch-anmutigen Choreografie, die Szenerie ist bisweilen atemberaubend, alles ist derart geschmackvoll und sinnlich umgesetzt, dass es eine wahre Freude ist. Definitiv ein Film, der zu weiteren Sichtungen animiert.