Cameron Diaz und Jason Segel spielen ein verheiratetes Paar, das zwei Kinder hat und seit Jahren eine glückliche Ehe führt, wenngleich die beiden seit Längerem keinen Sex mehr hatten. Um dem Sexleben neuen Schwung einzuhauchen, drehen die beiden einen mehrstündigen Porno mit ihrem iPad. Dumm nur, dass das peinliche Video durch Synchronisation mit anderen Geräten auf den iPads der besten Freunde und Bekannten landet, da man diesen die Geräte geschenkt hat.
Nachdem Regisseur Jake Kasdan, Cameron Diaz und Jason Segel bereits die allenfalls mittelmäßige aber finanziell erfolgreiche Komödie „Bad Teacher“ gemeinsam gedreht hatten, arbeitete das Trio mit „Sex Tape“ bei einer zweiten Komödie, die finanziell etwas weniger erfolgreich werden sollte und eher im unteren Mittelmaß anzusiedeln ist, erneut zusammen. Dabei hätte die Grundidee durchaus Potential gehabt.
Kasdan präsentiert dem Zuschauer anfangs das Ehepaar, das seit den Geburten der beiden Kinder keinen Sex mehr hatte und sich schwer damit tut, die Leidenschaft vergangener Tage wieder zu erwecken. Das ernste Thema wird aber nur angekratzt, die Charaktere nicht weiter konstruiert, es dient leider nur als Begründung dafür, dass das Paar sich dazu entschließt, das Sex Tape zu drehen. Dass das Video durch einen dummen, etwas konstruierten Zufall schließlich auf den iPads der Freunde, Verwandten, des Chefs und auch des Briefträgers landet, ist dann eine Idee, die definitiv komödiantisches Potential gehabt hätte, schließlich kann man sich wohl kaum eine unangenehmere Situation vorstellen. Aber auch dieses bleibt im weiteren Verlauf weitgehend ungenutzt, weil Kasdan viel zu wenige Gags platziert und dann meistens auch noch welche, die nicht zünden. „Sex Tape“ ist vor allem deshalb nur selten wirklich witzig, weil das Paar sich beim Versuch, nun zu retten, was zu retten ist, allzu dümmlich anstellt. Immerhin ist der Umgang mit dem Thema Pornographie für amerikanische Verhältnisse einigermaßen unverkrampft und nicht allzu bieder, aber auch hier hätten die Macher besser noch mehr Konsequenz bewiesen.
So trudelt „Sex Tape“, das angesichts der kurzen Laufzeit und des einen oder anderen passablen Gags zumindest auf mittelmäßigem Niveau zu unterhalten vermag, nach einem ordentlichen Start zunehmend seinem Ende entgegen. Das beinhaltet immerhin noch einen relativ witzigen Gastauftritt von Jack Black, aber das war es dann auch schon. Man kann Jake Kasdan insgesamt zwar solides Handwerk bescheinigen, es fehlt aber an innovativen Ideen und guten Gags, sodass „Sex Tape“ nicht übers Mittelmaß hinauskommt. Angesichts der flachen Figuren kann man den sonst schauspielerisch eher limitierten Hauptdarstellern dabei keine Fehler ankreiden, von Diaz und Segel ist hier nämlich ausschließlich das gefordert, was sie in dutzenden Komödien bzw. „How I Met Your Mother“ ausgezeichnet hat. Sie fungieren als Sympathieträger, wobei sie ganz gut harmonieren und gelungen durch den Film tragen, was für die beiden dennoch zum Karrieregrab werden könnte, wenn die Filme nicht bald besser und die Rollen variiert werden. Wirklich charmant oder sympathisch wird der Film trotz der beiden Hauptdarsteller aber zu keinem Zeitpunkt.
Fazit:
„Sex Tape“ ist trotz der witzigen Grundideen nur punktuell wirklich lustig, über weite Strecken eher albern und einfallslos. Die Komödie ist keine vollkommene Katastrophe, aber auch keine Empfehlung wert.
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