Ein Yakuzafilm, der in Amerika spiel, geht das denn? Oh ja, besonders wenn Takeshi Kitano Regie führt.
Das Yakuza Mitglied Yamamoto (Takeshi „Beat“ Kitano) ist der Bodyguard eines großen Yakuzabosses in Tokyo, der immer ein Faible dafür hat, wann sein Boss in Gefahr ist und entsprechend reagieren kann.
Doch einmal kann er seinen Boss nicht vor einem Attentat bewahren. Yamamoto verliert sein Gesicht vor seinen Yakuzafreunden und wird mit einer Tasche Geld und falschen Personalien außer land gebracht. Yamamto zieht es in Richtung Los Angeles, wo sein Halbbruder Ken wohnt.
Ken ist ein kleiner Drogendealer, der u.a. von den Mexikanern unterdrückt wird, wie auch Kens Freunde. Doch nun ist Yamamoto da und löst die Probleme, wie es ein Yakuza machen würde, mit Gewalt.
Es dauert nicht lange, bis Yamamoto, Ken und seine Freunde eine immer größer werdende Bande werden, vor der jeder Respekt und angst hat. Aber eben nur fast, als sich die italienische Mafia meldet und Ansprüche stellt, machen alle einen großen Fehler...
Ein waschechter Yakuzafilm aus Japan in Amerika, so was kann wohl nur Takeshi Kitano einfallen. Und man wird von Kitano nicht enttäuscht.
„Brother“ ist über weite Strecken ein ruhiger Film, der aber immer wieder in eine kurze Gewaltorgie ausbricht, in der meistens Kitano der Grund ist. Dabei geht es auch nicht gerade zimperlich zur Sache, sondern sehr brutal, eben Yakuzamethoden.
Leader im ganzen Film ist natürlich Kitano selbst. Am Anfang noch ein cooler, knallharter Yakuza, der keine Miene verzieht und handelt, wenn es notwendig ist. Doch im laufe der Geschichte wird der „stumme“ Kitano (da er kein englisch spricht) immer menschlicher, kann sogar ein paar Brocken englisch und findet in Denny einen Freund. Vorher aber zieht Kitano Denny beim Würfeln etc.immer mal wieder ab, so dass Kitano auch den einen oder anderen Lacher auf seiner Seite hat.
So ist der Film, teilweise überhart, dann aber wieder muss man über Kitano schmunzeln.
Das Ende des Film erwartet man genau so, wie es von statten geht. Trotzdem ist man auch Minuten nach dem Film noch beeindruckt, denn auch Yamamoto ist auch ein Mensch mit Herz, und besser hätte man es am Ende nicht zeigen können.
Auch sonst biete der Film die gewohnten Elemente. Übergehend ruhig, dann aber gibt es knallharte Schusswechsel nebst den üblichen Elementen in Yakuzafilmen, sprich kleiner Finger ab und Folter, wenn jemand nicht spricht. Eine sehr üble Szene ist die mit den Essstäbchen, wer es sieht, weiß was ich meine.
Die restlichen Darsteller überzeugen auch. Teilweise ist es ziemlich witzig, wenn der eine den anderen nicht versteht und immer nur Ken, beider Sprachen mächtig, immer übersetzen muss. Doch auch irgendwann können die Japaner englisch, wenigstens ein bisschen.
Fazit: Genialer und knallharter Yakuzafilm von und mit Takeshi Kitano. Kitano drückt dem Film seinen einmaligen Stempel auf, den man mit nichtasiatischen Gangsterfilmen kaum vergleichen kann. Ansehen ist hier Pflicht!