Die elektronische Fußfessel war bereits mehrfach Ausgangspunkt spannender Streifen wie "Disturbia" oder "100 Feet", - mit dem Debüt des Neuseeländers Gerard Johnstone gesellt sich ein weiterer hinzu.
Die rebellische Kylie muss acht Monate Hausarrest mit einer elektronischen Fußfessel absitzen, nachdem der Versuch einen Geldautomaten zu knacken, gründlich in die Hose ging. Das Problem: Dies soll im Haus ihrer Mutter Miriam stattfinden, welche an die Existenz von Geistern glaubt. Nach anfänglicher Skepsis nimmt auch Kylie unerklärliche Geräusche wahr...
Die Eröffnungsszene am Geldautomaten untermauert bereits, dass mit einiger Situationskomik gerechnet werden darf, wobei der Humor grundlegend trocken, zuweilen auch ein wenig makaber ist, jedoch nie mit platten Pointen daherkommt.
Sympathische Auflockerungen werden immer mal wieder eingestreut, was in Anbetracht der eher unsympathisch auftretenden Kylie auch notwendig ist, da ihr rotzfreches und unsoziales Verhalten primär im ersten Drittel eher ein wenig nervt.
Derweil werden typische Anzeichen des Haunted House Horrors beigemengt. Huschende Schatten, sich von selbst öffnende Türen, ein Knarren auf dem Dachboden und eine Fratze im Keller. Ein sprechender und bereits im Kamin versenkter Teddy wirkt sogar ein wenig spooky, doch es mehren sich früh Anzeichen, dass die Geschichte eine völlig andere Wendung nehmen könnte, als die obligatorische Historie eines nicht mehr ganz so neuen Hauses, in dem Miriam immerhin schon ein Modem mit Einwahl installieren ließ.
Nach minimalen Atempausen im Mittelteil erfolgen im letzten Drittel gleich mehrere Twists und Turns, welche aufgrund ihres Irrwitzes beinahe Genrekonventionen demontieren. Viel Thrill, etwas Splatter, hohes Tempo und sogar ein kurzer emotionaler Moment sorgen während der letzten zwanzig Minuten für eine kunterbunte Achterbahnfahrt, bei der die logischen Zusammenhänge nicht näher hinterfragt werden sollten.
Im Nachhinein ergibt der Titel jedoch mehr als einen doppeldeutigen Sinn.
Als reiner Horrorfilm scheitert "Housebound" zwar weitgehend, doch der Genremix, weitab von ausgelutschten "Paranormal..."- Pfaden wirkt erfrischend, ist treffend besetzt und wird solide performt. Hier und da hätte zwar ein wenig straffer erzählt werden können, doch die gebotene Abwechslung lässt über die eine oder andere Schwäche hinwegsehen.
7,5 von 10