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Wer benötigt schon eine Geschichte, wenn man genügend kampferprobte Leutchen beisammen hat, um nahezu pausenlos auszuteilen? Regisseur Lloyd Lee Barnett hat seinen Streifen zumindest so ausgelegt, dass kurzfristig aufkommende Fragen gleich mit den nächsten Kämpfen übertüncht werden sollen, - ein Konzept, das auf Dauer allerdings nur leidlich funktioniert.

Nach der Apokalypse haben sich die wenigen Überlebenden in Clans aufgeteilt, welche nun in einer Friedensversammlung vereint werden sollen. Doch mitten in der Ansprache in einem Bunker wird der Vorsitzende ermordet und Cage (Christian Oliver), Chef des Clans der Verlorenen, als vermeintlicher Täter ausfindig gemacht. Cage und seine vier Begleiter müssen vor dem Mob fliehen, wo es noch tiefer unter der Erde eine unangenehme Begegnung mit Zombies gibt...

Die Einleitung mit drallem Score und brauchbarer Kalligrafie soll das Publikum auf etwas Episches einstimmen, doch bereits die ersten Lichteffekte per CGI verdeutlichen eine andere Marschrichtung.
Die Geschichte ist erst gar nicht bemüht etwaige Hintergründe einzubinden. Die Einblendung eines Atompilzes möge da Bände sprechen, magische Fähigkeiten müssen durch die Bank einfach so hingenommen werden und warum innerhalb der ausgetrockneten Landschaft noch vereinzelt Vögel zwitschern, bleibt ebenfalls ungeklärt.

Immerhin mischen ein paar markante Figuren mit, wie der dunkelhäutige Hüne Sky, der zwar taubstumm ist, mit einem besonderen Tastsinn jedoch leiseste Annäherungsversuche herauszufiltern weiß. Die Verführung der Sirenen ist ebenfalls unterhaltsam ausgefallen, auch wenn diese lediglich von einer attraktiven Darstellerin verkörpert werden. Hinzu kommen ein paar aalglatte böse Wichte, kurze Blutszenen durch Kehlenschnitte und Körperteilungen und natürlich jede Menge Fights und andere Schwertkämpfe, welche insgesamt nicht schlecht choreographiert sind und unterstreichen, dass die meisten Mimen sportlich aktiv sind.

Die Sets bewirken auf Dauer jedoch kaum Abwechslung, da sich die sterilen Gänge stets ein wenig ähneln und auch diverse Fahrstühle austauschbar ausfallen. Die Außenkulissen gehen zwar in Ordnung, jedoch hätte man auf kleine Computerbildchen im Hintergrund verzichten sollen, die das Ganze zu künstlich erscheinen lassen.
Auch der Soundtrack hätte nach dem guten Einstieg etwas mehr reinpfeffern können, um die Dynamik der Fights zu unterstützen, während Kamera und Schnitt zumindest solide arbeiten.

Darstellerisch wird indes nicht viel abverlangt, allerdings wirken einige Mimen schon bei leicht emotionalen Momenten leicht überfordert, was phasenweise den Trashfaktor in die Höhe schnellen lässt. Dieses gilt auch für die unüberschaubare Anzahl an Lichteffekten, denn da werden Blitze mit Händen geformt, Feuerbälle ausgeteilt und ein Kampf mit Leuchtschwertern erinnert überdeutlich an einen Sci-Fi Klassiker. Die Qualität der Computereffekte ist für das geringe Budget jedoch okay und auch die rar gesäten 3D-Effekte fallen annehmbar aus.

Wer sich als Freund solider Martial Arts mal einfach nur anspruchslos treiben lassen möchte, könnte mit der Mixtur aus Endzeit, "Mortal Kombat" und Zombietreiben im Bunker glücklich werden, - allzu viel Abwechslung sollte man auf Dauer jedoch nicht erwarten.
5 von 10

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