Eat - Ich hab mich zum fressen gern (2014)
Novella McLure hat sich ihren Namen ausgesucht, als er noch cool klang. Jetzt ist sie gut über dreißig und gehört damit schon fast zum alten Eisen unter den paar hunderttausend arbeitslosen Jungschauspielern, die in den weniger noblen Vierteln von L.A. ums Überleben und die eine große Chance kämpfen. Novella hat in ihrer Verzweiflung längst gewisse selbstzerstörerische Tendenzen entwickelt, die von Rückschlag zu Rückschlag an Intensität zunehmen. Als sie sich deswegen in Behandlung, keimt Liebe zwischen ihr und dem Therapeuten.
Regisseur „Jimmy Weber“ der nach ein paar Kurzfilmen mit „Eat“ sein Spielfilmdebüt feierte und zu dem er auch das Drehbuch schrieb, ist schon von der Thematik her ein ganz besonderer Leckerbissen, der bei Fans für Zuspruch sorgen dürfte. Es geht um „Autokannibalismus“ was so zu verstehen ist, das man aus einer psychischen Störung heraus den Ansporn hat sich selbst zu essen. Klingt skurril? Das ist es in der Tat. Kannibalismus als Filmstoff ist nicht neu. Sei es naturell und ritueller Kannibalismus oder sexuell geprägter Kannibalismus aus dem Fetisch heraus, hatte man alles schon in den 70er und 80er gesehen. Autokannibalismus hingegen ist mal was Neues und zeigt definitiv Innovation im Genre. Daher kann man für den Mut mal was Neues zu probieren schon mal einen Pluspunkt geben.
Die Story selbst kommt leider weniger interessant daher. Novella ist als Schauspielerin zwar immer noch attraktiv aber kaum noch gefragt im Business. Nicht mal ihre Miete kann sie bezahlen. Einen festen Lebenspartner gibt es nicht nur ihre Club Freundin. So sucht sie nach dem großen Deal und wird immer wieder enttäuscht. Stress kommt auf und ihre psychische Störung, die sie veranlasst sich selbst langsam aufzuessen. Erst der Finger, dann die Hand, dann die Füße usw.
Die Umsetzung: Hier sieht man dem Film deutlich an, dass, das Budget nicht sonderlich hoch war. Der Plot leider etwas dünn geraten und in der technischen wie kreativen Umsetzung schaut es leider nicht viel anders aus. Die Drehorte beschränken sich hauptsächlich auf Wohnung und Club und fallen sehr mager aus. Bildgewalt sieht wahrlich anders aus. Auch zieht sich der Streifen teilweise mit langen Dialogen und uninteressanten Passagen. Nun aber zum Positiven und das sind die handgemachten Gore Effekte, wo sich unsere Hauptprotagonistin selbst verspeist. Das hätte man zwar auch noch krasser und brutaler machen können, aber das Gezeigte schaut schon interessant und tatsächlich gut gemacht aus. Ne hier gibt es fetten Lob!
Schauspielerisch punktet hier ganz klar „Meggie Maddock“ in der Rolle von Novella McLure. Optisch kann sie sich sehen lassen und ihre Rolle spielt sie auch gut. Teilweise etwas unsicher noch, aber passt im Gesamtbild.
Subjektiv fand ich „Eat - Ich hab mich zum fressen gern“ im Gesamtpaket dann doch stimmig und unterhaltsam. Ganz klar punktet hier die Thematik des Autokannibalismus, die man als Innovation verstehen kann. Schauspielerisch auch okay und alles andere leider sehr bescheiden und weniger gut. Kurz um, der Streifen hat ne Menge Potenzial verschenkt. Da aber auch ein Filmdebüt mit wenig Budget kann man noch mal den Welpenschutz geltend machen und „Eat“ als sehenswert bezeichnen. Ich hatte mein Spaß.
Fazit:
Nettes B-Movie, das nur von seiner Thematik und den Gore Effekten lebt. Genre Fans können ruhig einen kleinen Blick riskierten. Sehenswert doch die Erwartungen nicht ganz so hoch ansetzen. 7,0 / 10 Punkte.